NZZ Folio 11/07 - Thema: Schuhe   Inhaltsverzeichnis

Feng Schuh

In der südchinesischen Stadt Dongguan schlägt das Herz der globalen Schuhproduktion. Die grösste Fabrik gehört dem Konzern Pou Chen, der jährlich 200 Millionen Paar herstellt – für Adidas, Puma, Converse und Timberland gleichzeitig.

Von Janis Vougioukas

Bald kommen die Mädchen. Die Geschäfte entlang der Hauptstrasse haben Lautsprecher vor die Türen gestellt, Garküchenbesitzer rufen zum Essen, Bauern haben ihre Obststände im Schatten neben der Yue-Yuen-Fabrik aufgebaut. Es ist Samstagvormittag. Ein warmer Wind bläst durch die Stadt, im Himmel über den Fabrikhallen wirbeln Staubwolken und Plastictüten durch die Luft. Industrieabgase vermischen sich mit dem Geruch von Kot und Kompost.

Die Wochentage sind still und grau im Distrikt Gaobu in der südchinesischen Industriestadt Dongguan. Doch am Samstag, wenn die Fliessbänder stillstehen und die Mädchen freihaben, herrscht Volksfeststimmung rund um die Yue-Yuen-Fabrik, die grösste Schuhfabrik der Welt. Wie eine Springflut ergiesst sich eine bunte Menschenmenge aus allen Toren des Fabrikgeländes: Zehntausende junger Frauen, die lachen, rennen und die Garküchen und Strassenstände bedrängen. Man spürt, dass sie alle lange auf diesen Tag gewartet haben. Wer in den Schuhfabriken von Dongguan am Fliessband steht, lebt für die kurzen Momente der Freizeit.

Die Yue-Yuen-Fabrik liegt abgeschirmt hinter hohen Mauern mit Stahlzacken. Uniformierte Wachposten stehen an den Toren und kontrollieren jeden Besucher – sie sind die Grenzposten zu dieser tristen, aus kastenförmigen Hallen und grauen Betonplatten gebauten Industriewelt. Die Fabrik gehört zum taiwanischen Konzern Pou Chen. 280 000 Menschen beschäftigt das Unternehmen weltweit, etwa 160 000 in seinen vier Produktionsstätten in Dong­guan. Das Gros der Angestellten sind junge Mädchen zwischen 18 und 25 Jahren. Die Manager sagen, dass junge Frauen am Fliessband weniger schnell ermüdeten und dass ihre kleinen Hände besser für die Arbeit an der Nähmaschine geeignet seien.

Pou Chen ist der grösste Schuhhersteller der Welt. Beinahe 200 Millionen Paar Schuhe produzierte der Konzern im vergangenen Jahr, unter anderem für Nike, Adidas, Puma, Asics, Timberland, Converse, New Balance und Reebok. Der Konzern verfügt über Produktionsstätten in verschiedenen Ländern Südostasiens und gehört dem Taiwaner Tsai Chi-jui, der aus dem Nichts ein globales Imperium aufgebaut hat. Der Schuhtycoon aus Taiwan war ursprünglich Lehrer. Um sein Gehalt aufzubessern, arbeitete er nach dem Unterricht am Fliessband in einer Textilfabrik. Er war überrascht, als er feststellte, wie ineffizient die Arbeitsabläufe organisiert waren. Oft ärgerte er sich darüber, und langsam reifte in seinem Kopf ein Plan. 1969 kündigte Tsai und gründete mit seinen drei Brüdern eine Fabrik für Gummischuhe in Taiwan. Es war die Zeit, als die ersten Billighersteller aus Taiwan auf den Weltmärkten auftauchten. Der Durchbruch gelang Ende der 1970er Jahre, als Adidas beschloss, einen Teil seiner Schuhkollektion in Tsais Fabrik produzieren zu lassen.

Als Tsai und Adidas gerade ihre ersten Verträge aushandelten, begann einige hundert Kilometer westlich das lange Zeit Undenkbare: Chinas Reformpolitiker Deng Xiaoping verkündete die Öffnung der Wirtschaft. Dongguan war damals noch ein Dorf mit sumpfigen Feldern. Die Menschen trugen Strohhüte auf den Köpfen, lebten bescheiden als Dattelbauern und Fischer. Tsai gehörte zu den ersten Grossunternehmern, die das Potential auf dem chinesischen Festland erkannten. 1988 begann er, seine Fabriken nach China zu verlegen – nach Dongguan, das mit verschiedenen Standortvorteilen lockte: Es gab genug Brachflächen, um sich in alle Himmelsrichtungen auszudehnen; zum Containerhafen von Hongkong war es nicht weit; und die Behörden von Dongguan rollten den roten Teppich aus: Sie verpachteten die Felder zu Spottpreisen an die Unternehmer, bauten sogar die Fabrikhallen selbst. Die Verlegung der Produktion nach Dongguan machte Pou Chen zum grössten Schuhhersteller der Welt – und aus dem ehemaligen Bauerndorf Dongguan mit knapp 40 000 Einwohnern wurde eine wuchernde 8-Millionen-Stadt.

Li Rong hat zum Nachtisch süsse Obstsuppe bestellt. Sie sitzt in einem kleinen Imbiss in einer Seitenstrasse neben der Yue-Yuen-Fabrik. Hinter ihr schaukeln hochbeladene Lastwagen über die Schlaglöcher. Li Rong legt jedes Mal die Hand auf ihre Schüssel und wartet, bis der Strassenstaub sich legt. Sie kam im vergangenen Mai mit dem Zug nach Dongguan. 23 Stunden sass sie eingeklemmt auf ihrem Platz und kämpfte gegen den Schlaf. Die Mutter hatte sie gewarnt: «Im Zug gibt es Diebe, pass gut auf deine Sachen auf.» Zum ersten Mal verliess Li Rong ihr Heimatdorf allein. Sie war 18 Jahre alt, trug einen Pferdeschwanz und bunte Haarspangen. Sie schaute abwechselnd aus dem Fenster und auf die schwarze Sporttasche, in der sich ihr ganzer Besitz befand: Kleidung für eine Woche und Fotos von den Eltern und Freunden im Dorf.

Eine Nachbarin hatte ihr von der Fabrik erzählt, unvorstellbar gross klang sie in ihren Beschreibungen, mit eigenen Wohnheimen für die Angestellten, eigenen Supermärkten und Sportplätzen, eigenem Krankenhaus. «Man kann dort viel mehr verdienen als im Dorf, und neue Arbeiter werden immer gesucht», hatte ihr die Nachbarin gesagt. In der ersten Woche musste Li Rong einen Einführungskurs besuchen. Die Regeln des Fabriklebens wurden ihr eingebleut: Man darf nicht stehlen, man darf keine Gerüchte verbreiten. Es gab militärischen Drill mit einem Examen zum Schluss. Dann wurden die Bewerberinnen von einem Arzt untersucht; bei den engen Wohnverhältnissen (Li Rong teilt sich ihr Zimmer mit neun anderen Mädchen) könnte jede ansteckende Krankheit dem Betrieb ernsthaften Schaden zufügen. Dann wurde sie den Näherinnen zugeteilt.

Mit zwei anderen neuen Mädchen stand Li Rong am nächsten Morgen nach Schichtbeginn hinter der Vorarbeiterin und beobachtete sie. Die nahm zwei Lederstücke und schob sie unter der Maschine zusammen. Sie murmelte Erklärungen, doch im Maschinenlärm konnte Li Rong nichts verstehen. «Probier du mal», sagte die Vorarbeiterin nach ein paar Minuten. Li Rong machte auf Anhieb alles richtig und blieb gleich an der Maschine sitzen. Der erste Tag verging schnell.

Die Tische stehen dicht nebeneinander, 80 Mädchen nähen die Lederstücke zusammen, immer an der gleichen Stelle, immer mit der gleichen Handbewegung: zusammenlegen, nähen, weiterreichen auf den Nachbartisch. Am zweiten Tag bewegten sich Li Rongs Hände wie von allein. 350 Schuhe muss Lis Gruppe jeden Tag nähen, um den Produktionsplan zu erfüllen, erst danach ist Schluss. Wenn eine langsam arbeitet, müssen alle länger bleiben. «Die Zeit vergeht am schnellsten, wenn man versucht, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, auch wenn das gar nicht nötig ist», sagt Li Rong.

20 bis 30 Millionen Wanderarbeiter gibt es im Perlflussdelta vor Hongkong, schätzen Experten. Die genaue Zahl kennt niemand. Ungefähr eine Million arbeiten in den etwa 2000 Schuhfabriken von Dongguan. Die Wanderarbeiter sind der Motor der boomenden chinesischen Exportwirtschaft – und damit auch der globalen Schuhindustrie. Sie sind schlecht bezahlt und werden ausgebeutet, sie sind die Sklaven des Industriezeitalters. In den vergangenen Jahren haben Menschenrechtsorganisationen immer wieder die Arbeitsbedingungen in den chinesischen Schuhfabriken kritisiert.

Lange hatten die Yue-Yuen-Fabriken einen besonders schlechten Ruf. Während der Arbeit ist Sprechen verboten. Kameras überwachen die Fabrikhallen. Niemand hat Li Rong gesagt, ob sie eine Versicherung habe. Sie verdient ein monatliches Grundgehalt von 690 Yuan, umgerechnet 108 Franken. Pro Überstunde bekommt sie noch einmal 6.20 Yuan extra. Das ist zwar mehr, als sie in ihrem Heimatdorf verdienen könnte. Doch die Turnschuhe, die sie jeden Tag näht, wird sie sich nie leisten können. Und jeden Monat werden ihr 250 Yuan für Essen und die Unterbringung im Schlafsaal vom Gehalt abgezogen.

2002 untersuchte die Nichtregierungsorganisation China Labor Watch die Arbeitsbedingungen bei Yue Yuen in Dongguan und dokumentierte Zustände wie aus der Zeit des Frühkapitalismus. Im November 1999 etwa war Liu ­Xiaoling erkrankt, Schneiderin in einer Fertigungsstrasse für Adidas. Drei Mal hatte sie ihren Vorgesetzten gebeten, sich ins Bett legen zu dürfen. Drei Mal hatte er abgelehnt. Liu Xiaoling arbeitete bis zum Schichtende um ein Uhr morgens. Am nächsten Tag fanden ihre Kolleginnen sie tot in einer Toilette. Yue Yuen bot der Familie eine Entschädigung von 5000 Yuan an. Zwischen 1994 und 2002 begingen mindestens zwölf Arbeiterinnen der Yue-Yuen-Fabriken in Dongguan Selbstmord – «vor allem wegen der intensiven Arbeitsbelastung», heisst es in dem Bericht von China ­Labor Watch. Die jüngste Arbeiterin war erst 17 Jahre alt.

Firmen wie Adidas und Nike fürchten inzwischen, dass unmenschliche Arbeitsbedingungen ihrem Image schaden. Regelmässig schicken sie Beobachter nach Dongguan, um die Einhaltung der Sozialstandards zu kontrollieren. Doch Journalisten sind nicht willkommen. «Wir haben entschieden, derzeit keine Vertreter der Medien zu empfangen», sagt der Firmensprecher Terry Ip am Telefon, «die Entscheidung kommt von ganz oben.» Dann legt er den Hörer einfach auf.

Die 2000 Schuhfabriken in Dong­guan versuchen alle, das Erfolgsmodell von Pou Chen zu kopieren. So richtig geschafft hat dies bisher jedoch keiner. «Nur Yue Yuen hat die Kapazitäten, hochwertige Schuhe in Millionenstückzahlen zu produzieren», sagt ein Nike-Manager. Die andern Fabriken müssen sich mit billiger Massenware für Discounter, Handelshäuser oder für weniger bekannte Labels begnügen.

Steve Leung ist einer, der solche Geschäfte vermittelt oder auch einfädelt. Er sitzt hinter einem wuchtigen Schreibtisch im 15. Stock eines Bürohochhauses mit Panoramafenstern, von wo aus man den ganzen südlichen Teil der Stadt überblicken kann. Breite, gerade Strassen, bunte Luxuswohnanlagen, gewaltige Bürotürme mit Glasfassaden, Einkaufszentren gross wie Olympiastadien. «Die Schuhfabriken haben Dongguan in eine moderne Metropole verwandelt», sagt Leung. «Nun befindet sich der Distrikt in der zweiten Bauphase. Alles folgt einem grossen Plan.»

Leung legt den Rasierapparat, den er die ganze Zeit in seiner grossen Hand verborgen hatte, neben den Monitor. Er hat ein freundliches, rundliches Gesicht und kurze Haare, die abstehen, als seien sie elektrisch geladen. Meistens steckt in seinem Mund eine Zigarette. Seine Schneidezähne sind dunkelgelb. Er lacht viel und laut, auf eine sympathisch unkomplizierte Art. Als Zwischenhändler im globalen Schuhgeschäft weiss Leung, was die Schuhkäufer im Westen erwarten, was die Geschäfte dort zu welchem Preis verkaufen können und welche Fabrik in Dongguan die passende Ware liefern kann. Vor einigen Jahren gründete Leung mit einem Partner das Unternehmen Asian Sportswear in Hongkong und verbündete sich mit dem Österreicher Adi Schrempf und dessen Firma Bevaform-Gromann, die in Europa über ein gut ausgebautes Vertriebsnetz und gute Beziehungen zum Handel verfügten. 430 Mitarbeiter haben Leung und seine Partner inzwischen, jedes Jahr exportieren sie etwa 24 Millionen Paar Schuhe.

Leung, 38, stammt aus Hongkong. Nach der Schule wollte er möglichst schnell Geld verdienen. In der Zeitung sah er eine Anzeige: «Assistant Merchandiser for Footwear». Leung hatte zwar nur eine ungenaue Vorstellung, was das sein könnte, aber in der Stellenausschreibung stand, dass man viel reisen müsse. Das gefiel ihm. Er bekam den Job sofort. Die Firma besass zwei Schuhfabriken in Kanton, und gleich am ersten Arbeitstag fuhr er von Hongkong mit dem Schiff in die chinesische Industriestadt, um Musterschuhe abzuholen. Es war sein erster Besuch in China, seine Lehrjahre begannen. Manchmal war er so erschöpft, dass er auf dem Boden der Fabrikhalle einschlief, während er auf neue Schuhe wartete. Manche Fabriken waren nur über Feldwege zu erreichen. Er schleppte Musterschuhe zurück nach Hongkong und brachte die Pakete noch nachts um zwei Uhr zum Flughafen. «Ich wollte, dass unsere Geschäftspartner die Schuhe so frisch wie möglich in den Händen hielten.»

Steve Leung nimmt einen graubraunen Turnschuh in die Hand, der zu seiner Linken auf dem Schreibtisch steht. «Ungefähr 2 Dollar verdienen die Fabriken in Dongguan mit jedem Paar Schuhen», sagt er. Seine Finger hacken in die Tasten eines Taschenrechners. Wenn man hochwertiges Leder verwendet, können die Materialien schnell bis zu 8 Dollar pro Paar kosten. Dazu kommt eine Servicegebühr von etwa 10 Prozent, die Leung für Qualitätskontrolle und Transportabwicklung berechnet. «Im Geschäft kostet so ein Schuh dann etwa 27 Dollar oder 19 Euro.»

Theoretisch kann heute jeder eine Schuhmarke gründen, er muss nur bei Steve Leung anrufen und ihm sagen, was er will. Der Container aus China steht dann zwei Monate später vor der Tür. Die kleinste Bestellung hat Leung einmal für einen Freund aus Italien produzieren lassen: 16 Paar Holzschuhe. Doch kaum eine Bestellung aus Europa ist heute kleiner als 10 0000 Paar. Die Schuhhändler rufen an und bestellen Sportschuhe oder Trekkingsandalen. Leungs Designer zeichnen dann für jedes Modell einen genauen Bauplan und entwerfen Musterschuhe, die so lange hin- und hergeschickt werden, bis die Bestellung den Wünschen der Kunden entspricht. «An keinem anderen Ort der Welt ist die Schuhproduktion so praktisch wie hier», sagt Leung. Denn in Dongguan sitzen nicht nur 2000 Schuhfabriken, die mit knallharten Preiskalkulationen und hauchdünnen Margen um jeden Auftrag konkurrieren. In Dongguan wird auch alles andere hergestellt und gehandelt: Schnürsenkel, Schnürhaken, Klettverschlüsse, Leder, Färbemittel.

Der Siegeszug der Schuhe «Made in China» hat die Schuhhersteller auf der ganzen Welt das Fürchten gelehrt. Aber einiges deutet auch darauf hin, dass der grosse Boom sich seinem Ende nähert. Im vergangenen Jahr verhängte die Europäische Union einen Strafzoll auf Schuhe aus China. Es gebe «zwingende Beweise», dass China seine Fabriken «illegal subventioniere». Der Preisvorteil der Fabriken aus Dongguan schwindet. Auch die Materialien werden immer teurer. «Und seit es hier so viele Geschäfte und Hotels gibt, bewerben sich die Wanderarbeiter lieber dort, statt am Fliessband einer Schuhfabrik zu stehen», sagt Leung.

1,7 Millionen Wanderarbeiter sind nach den landesweiten Fabrikferien im Frühjahr vergangenen Jahres nicht wieder in das Perlflussdelta zurückgekehrt, schätzen Arbeiterorganisationen. Heute müssen die Fabriken Kantinen mit gutem Essen bieten, warmes Wasser in den Wohnheimen und ständige Gehaltserhöhungen, um überhaupt noch genug Arbeiter zu finden. Auch die Arbeitsgesetze sind in den vergangenen Jahren strenger geworden, und inzwischen kontrolliert die Regierung die Einhaltung der Vorschriften sogar.

Leungs Firma bestellt immer mehr Schuhe in Vietnam. Pou Chen hatte dort bereits 1995 die erste Fabrik eröffnet. Inzwischen sind zwei weitere Fabriken hinzugekommen. Andere ziehen nach Indien, Indonesien und Thailand. Ein Geschäftsmann aus Taiwan reist derzeit durch Dongguan und versucht die Fabriken zu überzeugen, gemeinsam umzuziehen und eine neue Schuhmetropole in Indien zu gründen. Doch richtig begeistert ist derzeit noch niemand.

Li Rong, die Arbeiterin, hat gestern ihr Gehalt bekommen. Am Montag will sie nicht mehr zur Arbeit gehen. «Es ist so anstrengend, an der Nähmaschine zu sitzen. Ich will noch etwas anderes in meinem Leben ausprobieren.» Eine Freundin hat ihr erzählt, dass man in den Elektronikfabri­ken in Dongguan mehr Geld verdienen könne. Vielleicht wird sie sich dort bewerben, Li Rong überlegt noch.

Janis Vougioukas ist Chinakorrespondent der «Süddeutschen Zeitung»; er lebt in Schanghai.

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