WER IMMER GLAUBTE, den sagenhaften Abendmahlskelch von Jesus gebe es nur einmal, irrt sich. In der Medizindatenbank Medline findet er sich 113-mal im Titel von Fachartikeln.
Zwar haben ihn noch nicht alle Wissenschafter aufgespürt, doch weiss jeder, dass er in seinem Gebiet zu finden ist: «Auf dem Weg zur elektronischen Krankenakte: die Suche nach dem heiligen Gral in einer kostenbewussten Ära» (HMO Practice, Vol. 7, S. 54/55). Natürlich werden moderne Suchtechniken angewendet: «Auf der Suche nach dem heiligen Gral: die Untersuchung der diastolischen ventrikulären Funktion mit der Doppler-Echokardiographie» (Journal of the American College of Cardiology, Vol. 7, S. 1517–1519). Trotzdem zweifeln viele daran, auf der richtigen Fährte zu sein: «Immunotherapie. Der orale Weg zum heiligen Gral?» (Gene therapy, Vol. 10, S. 1/2), oder sie haben etwas gefunden, wissen aber nicht, ob es das Gesuchte ist: «Sind aquaporine Wasserkanäle der heilige Gral der primären nächtlichen Enuresis?» (The Journal of Urology, Vol. 167, S. 1451/1452), was übrigens nichts anderes ist als der heilige Gral des nächtlichen Bettnässens.
Erfolge ohne Fragezeichen gibt es an der Pillenfront: «Antigestagene: der heilige Gral der Verhütung» (Reproduction, Fertility, and Development, Vol. 13, S. 723–728). Wenn der Papst das wüsste.