NZZ Folio 10/01 - Thema: Alles Design?   Inhaltsverzeichnis

«Immer Weihnachten»

Tom Dixon ist einer der einflussreichsten britischen Designer.

Von Alix Sharkey

Wenn man Tom Dixon auf einer Party träfe, würde man nie vermuten, dass er zu den bedeutendsten britischen Designern zählt. Nichts an der Art, wie er sich kleidet, weist auf ein besonderes Gestaltungsbewusstsein hin, weder sein schulbubenhaftes Polohemd noch die beigefarbenen Wollhosen mit den verwaschenen Flecken. Höchstens seine Schuhe, die in England «monks» genannt werden, könnten ihn verraten - ein modisches braunes Leder mit Riemen und Schnalle statt der üblichen Schnürsenkel, aber auch sie sind bereits ausgebeult und abgetragen. Sein zerzauster schwarzer Wuschelkopf hat seit Tagen keinen Kamm mehr gesehen, und sein ganzes Benehmen wirkt jungenhaft, selbst das schüchterne Lächeln, aus dem zwei Goldzähne hervorblinken. Jedem anderen Mann seines Alters verliehen sie ein piratenhaftes Aussehen, bei Dixon wirken sie wie eine Karikatur.

Sein Londoner Büro hat denselben persönlichen Stil: hell, funktional, karg, aber dennoch von einer gewissen Unbekümmertheit, die ihm menschliche Wärme verleiht. Die Backsteinwände sind blass crèmefarben gestrichen. Dixon selbst sitzt hinter einem riesigen Holztisch, der mit Fotos aus Indonesien, China und Indien bedeckt ist - drei der dreissig Länder, in denen er fortwährend nach neuen Objekten sucht. Und neben den Bildern liegt eine angebrochene Packung Nurofen gegen die Zahnschmerzen, die ihn seit zwei Tagen plagen. Die einzigen Zugeständnisse an modernes Design sind der Trinitron-Bildschirm und das G3-Powerbook in der Ecke.

Doch obwohl das Büro den Anschein erweckt, als müsste es erst noch richtig ausgepackt und eingerichtet werden, ist Tom Dixon selbst geradezu leidenschaftlich am Erscheinungsbild aller Dinge interessiert. Inzwischen zählt er zu den Prominenten der internationalen Designerszene und ist für seine gewagten Möbel, Bühnenbilder, Skulpturen und Ausstellungsdesigns bekannt. Paul Smith, Jean-Paul Gaultier, Rei Kawakubo von Comme des Garçons und Vivienne Westwood zählen zu seinen Kunden.

Auf einer Staffelei in der anderen Ecke steht eine grosse gerahmte Urkunde, die von Ihrer Majestät Königin Elisabeth II. unterzeichnet ist. Thomas Dixon Esquire wurde für seine Verdienste um das britische Design der Orden des British Empire verliehen.

«Du solltest meine Medaille sehen», sagt er.

«Du kannst sie ja für das Foto umhängen», sage ich.

«Weisst du», sagt er, «dieser Orden zeigt vor allem eines: wie sehr Britannien seine Meinung über Design geändert hat. Inzwischen wird ihm eine gewisse Wertschätzung zuteil.»

Ich kenne Tom Dixon seit 1977. Damals hätte keiner von uns beiden gedacht, dass er eines Tages einen Orden von der Königin bekommen könnte. Wir spielten zusammen mit anderen Freunden Punkrock. In den frühen achtziger Jahren trug Dixon mit seinem Club The Language Lab erheblich zur Verbreitung des Rap in Westlondon bei. Später begann er, Parties in alten Lagerhäusern zu organisieren.

Obwohl er ein ganz passabler Bassist war, der mit seiner Band Funkapolitan sogar in den «Top of the Pops» landete, hängte er die Musik eines Tages an den Nagel und begann stattdessen Autowracks zu zerschneiden und den Schrott zu Tischen und Stühlen zusammenzuschweissen. Die ersten Möbelstücke wurden noch belächelt, weil die Leute sich an den rauen Kanten manchmal die Kleider aufrissen oder weil die Schweissnähte nicht hielten und die Dinger in sich zusammenkrachten. Aber allmählich wurden seine Schrottmöbel besser, und schon bald arbeitete er auf Auftrag für Privatleute. Er zersägte Gefundenes und schweisste daraus Tische, Stühle und Betten. «Wenn du einen Nachtklub führst, kommst du automatisch mit einer ganzen Menge Leute zusammen. Ich sah das damals zwar nicht als Anknüpfen von Geschäftsbeziehungen. Jedenfalls war es nicht schwer, von dieser Arbeit zu leben, bei all den Leuten, die ich kannte.»

Nachdem ihm der in London ansässige Designerguru Ron Arad 1985 eine erste Ausstellung ermöglicht hatte, arbeitete Tom Dixon mit einem Kollektiv namens Creative Salvage zusammen. Sechs Jahre später eröffnete er mit Space in Notting Hill einen Ausstellungsraum für neue Designerprodukte und eine Werkstätte für junge Talente.

Am Anfang wurde Dixon von der britischen Designindustrie schlichtweg ignoriert. Dann aber erkannte die renommierte italienische Firma Cappellini Mitte der achtziger Jahre das Potential von Dixons S-Stuhl. Die Firma kaufte das Design - ursprünglich ein Gebilde aus Gummischläuchen, die über einen Stahlrahmen gespannt waren - und produziert es bis heute, neuestens auch in einer Krokodilledervariante. Dieser Erfolg verschaffte Dixon, sowohl als Schweisser wie als Geschäftsführer Autodidakt, ein gewisses Ansehen in der Designindustrie. Dixon selber ist über den Weg, den der Stuhl genommen hat, nicht nur glücklich. Er entwarf ein funktionales Alltagsmöbel, aber Cappellini vermarktet den S-Stuhl als Kunstwerk. Wegen der inflationären Preispolitik des Herstellers sprengt er die finanziellen Möglichkeiten der meisten Leute. Inzwischen ist der schlangenförmige Stuhl, der ab 2500 Franken zu haben ist, zu einem Sammlerstück geworden, das bereits im Museum of Modern Art in New York ausgestellt wird.

Dixon kann sich mit der Vorstellung, ein international anerkannter Designer zu sein, noch immer nicht so recht anfreunden. Die Motorradbasteleien und die kleinen Erfolge als Popmusiker zu Beginn der achtziger Jahre seien nicht weniger befriedigend gewesen, sagt er. Wenn man ihn nach einer Erklärung für seine seltsame Laufbahn fragt, zuckt er nur mit den Schultern und sagt: «Geplant war's jedenfalls nicht. Ich bin halt zu einem Designer mutiert.»

Sein bisher grösster Erfolg, die Lampe «Jack», eine Bodenlampe aus Polypropylen, die zugleich als Stapelstuhl dient, ist schon heute zu einem Designklassiker geworden und wurde rund 12 000-mal verkauft. «Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon meine eigene Firma, Eurolounge, und musste gleichzeitig entwerfen, produzieren und vermarkten und ausserdem noch freie Aufträge annehmen, um die Firma über Wasser zu halten. Das war völlig verrückt, und mir wurde klar, dass ich auf dem besten Weg war, Fabrikmanager zu werden, obwohl ich das nie hatte werden wollen.»

Die Lampe «Jack» war sozusagen die Designerlösung für dieses Problem: Tom Dixon setzte sich hin und entwarf einen Bestseller, der auswärts produziert und verkauft werden konnte und der so viel Geld abwarf, dass er in aller Ruhe sein Unternehmen umstrukturieren konnte.

Vor drei Jahren bot man ihm den Posten des Chefdesigners bei Habitat an. Er selbst dürfte nicht weniger überrascht gewesen sein als die meisten seiner Bekannten. Und bald darauf stand er im Buckingham Palast und bekam von der Königin einen Orden samt Urkunde überreicht.

Dixon wird es mir nicht danken, dass ich darauf zu sprechen komme. Er ist ein sehr schüchterner Mensch, ein Meister jener zutiefst britischen Kunst der Selbstherabsetzung. Jungenhaft in Benehmen und Aussehen, mit seiner zerzausten Frisur und seinem schalkhaften Grinsen. Und jetzt, im Alter von 42 Jahren, mit dem phänomenalen Erfolg seines leuchtenden «Jack» im Rücken, dürfte er zur einflussreichsten Figur in der britischen Designerszene geworden sein und kann dank einem handverlesenen Team von Kollegen und den 94 über den Globus verstreuten Habitat-Filialen die Arbeiten junger Designer für das allgemeine Publikum zugänglich und erschwinglich machen.

Um Tom Dixon und die Rolle, die er geerbt hat, zu begreifen, muss man Habitat und seinen Gründer, Sir Terence Conran, verstehen. Das Auf und Ab von Sir Conrans Karriere deckt sich mit der Geschichte des Designs im Nachkriegsbritannien. 1951 beteiligte sich der junge Kunststudent Conran am Festival of Britain, einer grossen, auf dem seinerzeit noch neuen Begriff Design basierenden Ausstellung, die zur Hebung der allgemeinen Moral beitragen sollte und dem vom Krieg erschütterten und zermürbten Land eine rosigere Zukunft ausmalte. Laut Conran waren es jedoch grösstenteils leere Versprechungen.

«Das Land war grau und zerschunden, und schon so simple Dinge wie Schrauben zu besorgen, war eine Schwierigkeit», erzählt er. «Die grosse Enttäuschung kam nach dem Ende der Ausstellung. Wir dachten, wir seien gemachte Leute, aber dann merkten wir, dass es für uns immer noch keine Arbeit gab. Das Festival hatte der Nation etwas Neues geboten, und alle waren überrascht und begeistert - auch wenn man die ausgestellten Stücke noch nicht kaufen konnte. Aber immerhin wusste ich danach, dass es für die Art von Design, an die ich glaubte, ein potentielles Publikum gab.»

Während sich das Vereinigte Königreich allmählich von den Entbehrungen der Kriegsjahre erholte, brauste Conran auf einer der ersten aus Italien importierten Vespas durch London. In den späten fünfziger Jahren stand er im gestreiften Hemd und mit überbreiten Hosenträgern vor der Espressomaschine in seinem ersten Café namens The Soup Kitchen. Die Kombination von italienischem und amerikanischem Design galt als Gipfel des Chic, und in den Espressobars von Soho wurde die britische Rock'n'Roll-Szene geboren.

Mit perfektem Gefühl für den richtigen Zeitpunkt und Ort eröffnete Conran, der sich inzwischen lange Koteletten hatte wachsen lassen, kurz vor der Eruption des «Swinging London» in den Sechzigern nahe der Trendadresse King's Road in Chelsea den ersten Habitat-Laden. «Ende der fünfziger Jahre hatte die Wirtschaft so weit Tritt gefasst, dass die jungen Leute über eigenes Geld verfügten, und jetzt konnte man die Früchte des Festival of Britain ernten. Wir boten Möbel und Lampen an, die die jungen Leute noch nie zuvor gesehen hatten. Endlich waren sie in der Lage, sich etwas anderes zu kaufen als ihre Eltern.»

Dank seiner Kenntnis des kontinentaleuropäischen Designs - namentlich der Entwicklungen in Italien, Frankreich und der Weimarer Republik - begann er das Mittelklasswohnzimmer der siebziger Jahre mit verchromten Bauhaussesseln, kombinierbaren Sitzgruppenelementen und schrulligen Antiquitäten auszustaffieren. Conrans schrille, aber preisgünstige Produkte, die teils selbst entworfen waren, teils aus dem Ausland importiert wurden - Schaumstoffsofas, Plasticpapierkörbe, Art-déco-Tapeten, Lichtschalter aus gebürstetem Aluminium und Binsenmatten -, trugen viel dazu bei, eine ganze Generation aus der ebenso schmuck- wie trostlosen Welt ihrer Eltern zu befreien. Conran rückte der schmerzlichen Erinnerung an die «Nützlichkeitsmöbel» der Kriegszeit, an hässliche Tapeten und rationierte Kleidung mit oranger Farbe, Bodenschleifmaschinen und einer Handvoll folkloristisch bezogener Kissen zu Leibe und eröffnete den britischen Augen eine farbenfrohere, lichtere, glücklichere Welt. Als er merkte, dass seine Kunden älter und wohlhabender wurden und ihren Geschmack verfeinerten, vollzog er diesen sozialen Wandel mit und erweiterte sein Sortiment um anspruchsvollere Objekte.

Aber mit dem Börsengang seiner Unternehmensgruppe während der Finanzeuphorie Mitte der achtziger Jahre übernahm sich Conran. 1989 verlor er die Kontrolle über die Habitat-Kette, er musste sie an die Ikea-Gruppe veräussern. Anfang der Neunziger meldete Conran sich mit «Mezzo» zurück, dem ersten Destination-Restaurant Londons - einer britischen Version jener kulinarischen Flugzeughangars, die in den achtziger Jahren in New York auftauchten. Conrans Restaurants waren noch grösser als ihre Vorläufer und schufen gewissermassen eine industrielle Form der Nahrungsaufnahme, die schon bald zu einem Mangel an Köchen und Kellnern in London führte.

Im Verlauf der Jahrzehnte antizipierte Conran immer wieder die häuslichen Wunschträume der Briten, verfeinerte sie und verwandelte sie in einen bezahlbaren Lifestyle. Er begann mit billigem Chic für stilbewusste Studenten, entwickelte die erste Wohnungsausstattung für junge Selbstverdiener und mauserte sich nach und nach über Inneneinrichtungen, Möbel, Beleuchtung, Kaffeebars, Ferienwohnungen und Mammutrestaurants zum Komplettanbieter für die aufstrebende Mittelschicht Britanniens - ein Generationswechsel, der in jener Nacht seinen Höhepunkt erreichte, als das Ehepaar Blair seine Gäste Bill und Hillary Clinton zum Abendessen in Conrans auf der Themse gelegenes Restaurantflaggschiff «Pont de La Tour» ausführte.

Doch Conran hat nicht nur das britische Wohnzimmer umgekrempelt. Seine Firma hat Hotels und Einkaufszentren, die Inneneinrichtung der Concorde, Besteck und Lampen, Spielzeug und Kinderwagen entworfen. Seine gestalterische Vision verzichtet auf den kompromisslosen Purismus eines Mies van der Rohe. In Conrans Welt können bescheidenere Träume Wirklichkeit werden, gewöhnliche, banale Orte werden ein wenig verfremdet und bleiben dennoch erreichbar - stilvoll, aber gemütlich und bequem.

Es ist diese Tradition, die Tom Dixon als Chefdesigner von Habitat übernommen hat. Der Name steht für zwei Generationen von Briten für helle, moderne, erschwingliche Möbel und Einrichtungsgegenstände. Doch während Conran die Briten als Erster für Fragen des Designs sensibilisierte, ist sich Dixon der Grenzen bewusst, die seiner Rolle gesetzt sind. «Klar, Terence hat das Essverhalten und die Einrichtung, ja den ganzen Lebensstil der Briten verändert. Er war ein Wegbereiter, weil er so gut wie keine Konkurrenz hatte.» Aber, sagt er, während der achtziger Jahre habe das britische Design auf Grund der längst überfälligen «Internationalisierung» des Landes eine zweite, viel weiter reichende Revolution durchgemacht.

«Wenn Britannien heute im Ruf einer besonderen Designerkultur steht, dann nicht so sehr, weil das britische Design so toll ist, sondern weil wir zum Schaufenster grossartiger Designs aus ganz Europa und der restlichen Welt geworden sind. Das ist aus einer ganzen Reihe von Gründen geschehen: Weil London endlich zu einer internationalen Stadt geworden ist, wegen Heathrow, wegen des Eurostar, wegen des Finanzzentrums, wegen der Tatsache, dass Englisch die Sprache der Popkultur, der Computerindustrie und des Internets ist. Es ist ein viel dynamischerer und kosmopolitischerer Ort als noch vor fünfzehn Jahren. Und unsere Tradition der Kunstschulen hat den Designindustrien wie Grafik, Werbung, Fernsehen, Film und Video und so weiter viele Talente zugeführt. Aber es hat auch etwas mit Unternehmergeist zu tun: Der vielleicht wichtigste Grund, weshalb gerade britisches Design in den letzten zwei Jahrzehnten besonders aufregend war, war das Fehlen öffentlicher Unterstützung: Die Leute mussten alles selbst auf die Beine stellen, und das hat ihre Individualität beflügelt.»

Heutzutage sei Habitat nur eine von vielen innenstädtischen Ladenketten, die gutes Design zu bezahlbaren Preisen anbieten. Es gehe also vielmehr um Nuancierungen und um Stilwechsel, um die Antizipation des künftigen Publikumsgeschmacks und um wirtschaftliche Faktoren. «Ich lebe in der Zukunft. Und zwar permanent. Aber ehrlich gesagt, das fliegende Auto ist trotzdem noch nicht in Sicht.»

Diese Woche arbeiten er und sein Team an den Grundideen für das Frühjahrs- und Sommersortiment des Jahres 2003. Gleichzeitig überwacht er die Produktion des kommenden Weihnachtsangebots. Ob es nicht verwirrend sei, dauernd vorauszudenken und in einer permanent verschobenen Zukunft zu leben?

«Man gewöhnt sich daran», seufzt er mit einem leisen Anflug von Mattheit. «Wir haben hier zum Beispiel das ganze Jahr über Weihnachten. Entweder legen wir die thematische Ausrichtung für die Weihnachtsdekoration fest, oder wir produzieren oder wir vermarkten sie. Und dann, während einiger weniger Wochen, ist tatsächlich Weihnachten, und das ist dann so ungefähr die einzige Zeit, in der ich nicht daran arbeite.»

Trotz seinem Ruf als avantgardistischer Designer und der Tatsache, dass er fortwährend die kommenden Trends vorherzusehen versucht, legt Dixon seinen Schwerpunkt nicht auf neue Designer, sondern auf die Wiederentdeckung und Wiedereinführung einiger grosser Namen des zwanzigsten Jahrhunderts, die inzwischen, wie der britische Pionier Robin Day, weit über siebzig sind. Dixon möchte eine Reihe von Klassikern neu auflegen und einige der nie realisierten Prototypen in Produktion geben.

Er versucht, seine eigenen gestalterischen Vorbilder aufzustöbern wie etwa den deutschen Designer Luigi Colani, «ein richtiger Berserker, der die ganze Welt neu gestalten wollte». Colani, laut Dixon ein eher aufbrausendes Temperament, entwirft zurzeit für die chinesische Regierung eine Stadt in Form eines menschlichen Körpers. «Ich mag es, mich mit älteren Vorbildern auseinanderzusetzen. Manche sind heute noch voll am Ball und verfügen über einen unschätzbaren Erfahrungsreichtum. Die Begegnung mit einigen von ihnen hat mich wirklich Bescheidenheit gelehrt. Sie sind lebende Geschichte. Das wurde bei Habitat übrigens schon immer so gemacht, wenn Terence Conran für die internationalen Designs einkaufen ging, und das wollen wir weiter ausbauen.»

Fürs Erste wird Dixon weiter um die Welt fliegen, Fotos machen, fremdländische Objekte aufspüren, ihre Preise aushandeln und ihnen gegebenenfalls eine neue Funktion zuweisen: Eine Industriewerkbank aus Vietnam kann sich auf diese Weise in Europa in einen häuslichen Beistelltisch verwandeln. «Wenn eine Designwerkstatt klassische Entwürfe einkauft, bedeutet das, dass die Objekte zu Luxusartikeln werden», sagt Dixon, der sich durch die Erfahrungen mit seinem S-Stuhl in diesem Punkt bestätigt fühlt. «Habitat jedoch ist ein Einzelhandelsgeschäft und kein Designunternehmen», sagt er, als wiederhole er das Firmenmantra. «Es ist ausserordentlich befreiend, Gegenstände nicht wegen ihres Prestigewerts zu verkaufen, sondern weil sie den richtigen Preis und das richtige Design haben. Wir können das tun, was Designer wie Robin Day ursprünglich wollten: grosses Design für alle produzieren.»

Der Engländer Alix Sharkey, Journalist, lebt zurzeit in Paris.


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