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Vereinsleben -- Schwule Studis
Von Mikael Krogerus
Mark Jost, Sie sind Kassier des Vereins zart?&?heftig – schwule Studis an Uni und ETH. Was macht Ihr Verein?
Wir sind eine Art Treffpunkt für alle schwulen und bisexuellen Studierenden. Es ist gar nicht so einfach, andere schwule Jungs an der Uni kennenzulernen – der Verein sieht sich als Gegenpol zur typischen Anonymität des Unialltags.
Sie sind also eine Art Partnervermittlung?
Das nun auch nicht! Ich habe meinen Freund zwar durch den Verein kennengelernt, und sicher entstehen hie und da Kontakte, aber leider hatten wir lange Zeit den Ruf, dass hier nichts läuft.
Heute ist das anders?
Ja, wir sind zwar immer noch im Studierendenrat vertreten und melden uns zu Wort, aber eigentlich kümmern wir uns inzwischen weniger um Hochschulpolitik als um soziale Anlässe.
Was sind das für Anlässe?
Einmal pro Monat gibt es ein gemeinsames Abendessen, ausserdem veranstalten wir Filmabende, Rundgänge durchs schwule Zürcher Nachtleben und Schneewochenenden.
Wie viele Mitglieder haben Sie?
Ungefähr 90.
Welche Studienrichtungen?
Bunt gemischt. Ich kenne keine Untersuchungen zu typisch schwulen Studiengängen, aber instinktiv würde ich sagen, dass es in Fächern, die auch bei Frauen populär sind, mehr geoutete Schwule gibt als in anderen.
Die Geisteswissenschaften also. Wieso eigentlich?
In männerdominierten Gruppen gibt es oft dieses Machohafte, es fallen schnell Sprüche – da muss man sich erst mal behaupten. Am ausgeprägtesten ist es wohl im Leistungssport oder beim Militär.
Wie erleben Sie als Schwuler eigentlich die Uni?
Die Stimmung ist recht offen. Zürich ist ja die schwule Hauptstadt der Schweiz, das färbt ab. Mir ist noch nie Schwulenfeindlichkeit an der Uni begegnet. Das war zur Gründungszeit unseres Vereins, 1989, noch ganz anders.
http://www.zundh.uzh.ch/
Mikael Krogerus ist NZZ-Folio-Redaktor.
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