NZZ Folio 06/96 - Thema: Vom Reisen   Inhaltsverzeichnis

Wunderblock -- Mit Shakespeare zum Freibier, mit Sade ins Bad

Von Erna Theppfer

MANAGER, man weiss es, haben einen so vollen Terminkalender, dass selbst das Burnout-Syndrom kaum unterzubringen ist, dabei aber einen ungebrochenen Bedarf nach Schöngeistigem. Und der will befriedigt werden. Zum Beispiel mit einem - guten! - Buch.

«Mit Goethe zum Gewinn. Ein Literatur-Lesebuch für Manager» kommt da gerade recht, zumal das vom selben Verlag produzierte Werk «Mit Platon zum Profit» sich als Bestseller bzw. Cash-Cow profilieren konnte. Ein «Hort aus einhundert besonderen Schätzen der deutschen Literatur, ausgegraben für Menschen aus der Wirtschaft», führt das Buch den Leser durch die Literaturhistorie: «Erklärtexte begleiten jede neue Etappe und stellen den Bezug zum Wirtschaftsalltag her.»

Ein Turnaround schon das Inhaltsverzeichnis: «Und so heb' ich alte Schätze - die Kreditaufnahme des Geistes»; «Pflücke die Rosen, ehe sie verblühen - der Manager als Lebemann»; «Es strebe von euch jeder um die Wette - der Manager als kühler Kopf»; «Die Blaue Blume sehn' ich mich zu erblicken - der Manager als Visionär»; «Krieg den Palästen - der Manager als Anpeitscher»; «Die Ansichten eines Clowns - der Manager als Chaos-Dompteur».

Solchermassen inspiriert, erheben wir hiermit Titelschutz-Anspruch auf ökonomische Leitfäden wie «Mit Goethe zur Knete», «Mit Lenz zum Münz» und «Mit Bach zum Reibach»; auf sportive wie «Mit Beckett zum Cricket», «Mit Golding zum Golfing» und «Mit Böll ins Geröll»; auf kulinarische wie «Mit Frisch zu Tisch», «Mit Rabelais ins Chablais» und «Mit Flaubert zum Camembert» sowie auf psychologische wie «Mit Proust zum Frust», «Mit Dante zur Tante» und «Mit Poe aufs Klo». Originell, nicht?


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