IM ALLGEMEINEN erreichen uns aus dem Baskenland nicht die erfreulichsten Nachrichten, und so ist es eine Frage der ausgleichenden Gerechtigkeit, auf den Einzug der «Pintxos», sprich «Pintschos», in hiesige Gefilde hinzuweisen. Pintxos sind keine Tapas, sondern kulinarische Miniaturen, bei denen die Basken die Unbill des Alltags vergessen. Das Wort bedeutet soviel wie Spiesschen, wovon der klassische «Patxi» zeugt: ein Holzspiesschen mit Sardinen, Anchovis, Oliven und Käse. Daneben finden sich allerlei Variationen, klassische wie Neuschöpfungen, so in Sesamkörner gepackte Rindfleischstückchen, fritierte Sepias oder gar eine aufgespiesste Insalata caprese. Es geht auch ohne Spiess, doch ob gebackene Stückchen vom Stockfisch in einem Salatblatt oder winzige Brötchen mit Lammfilet und Garnitur: gegessen wird mit der Hand. Dazu trinkt man Txakoli, einen jungen Weisswein. Ob London, New York oder Tokio: keine Weltstadt ohne Pintxos-Bar. Die trendmässige Ehre Zürichs hat das Restaurant Hermannseck gerettet - allerdings zu erfreulich provinziellen Preisen.