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NZZ Folio 10/07 - Thema: Auto der Zukunft Inhaltsverzeichnis
Editorial -- Grün und sexy
© Tesla Motors, San Carlos, USA
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Schnell und leise wie ein Laptop: Der Tesla aus dem Silicon Valley.
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Von Andreas Heller
Polierter Lack, funkelndes Chrom, aufgemotzte Motoren und schwungvolle Carrosserien, auf denen sich leichtbekleidete Models räkeln: Allzu lange beschränkte sich die Automobilindustrie darauf, ihr Produkt über Emotionen zu verkaufen. Das Auto wurde zelebriert wie ein Fetisch, und die «Freude am Fahren» hat man gepriesen als Inbegriff von Freiheit und Mobilität. Vernunft war da weniger gefragt, und ökologische Argumente waren für die Autobauer ein geradezu lästiges Thema.
Heute sieht plötzlich alles etwas anders aus, die Autobauer überbieten sich mit neuen Antriebstechniken, die sparsam und umweltverträglich sind: Hybrid und Plug-in-Hybrid, Elektrofahrzeuge, Motorenmischlinge wie der Diesotto, Autos, die mit Erdgas, Biodiesel oder Wasserstoff fahren. Welcher Technologie wirklich die Zukunft gehört, ist kaum abzuschätzen – auch wenn im Moment der Plug-in-Hybrid (siehe Seite 22) die Nase vorne hat.
Unverkennbar ist jedoch, dass die markant gestiegenen Benzinpreise und die ökologische Sensibilisierung durch die Klimadebatte ein Umdenken eingeleitet haben: Die Autoindustrie hat entdeckt, dass auch «vernünftige» Autos durchaus sexy sein können – sofern sie geschickt und überzeugend vermarktet werden. Der Erfolg des Prius von Toyota ist das Musterbeispiel dafür. Seit dieser Wagen mit Hybridantrieb auch in Beverly Hills bei Hollywood-Zelebritäten in der Garage steht, ist die Nachfrage nach ihm in die Höhe geschnellt.
Die Branche hat begriffen, dass sich auch umweltfreundliche Autos gut verkaufen lassen – ja dass sie nur mit Autos, die weniger Treibstoff verbrauchen und die Atmosphäre weniger belasten, auf längere Sicht Erfolg haben wird. Denn während die Erdölvorräte bereits schwinden und das Benzin immer teurer wird, sind Milliarden von Menschen in China, Indien und anderen Schwellenländern erst daran, die Lust an der Mobilität zu entdecken. Bis ins Jahr 2030, so die Prognose, wird sich der weltweite Automobilbestand mehr als verdoppeln, auf 2,1 Milliarden Personenwagen.
Da ist es einfach auszurechnen, dass das Auto der Zukunft ein anderes sein wird als jenes, das heute über die Strassen fährt. Oder werden wir dann alle sowieso nur noch im Stau stehen?
Leserbriefe:
Zu Editorial -- Grün und sexy - NZZ-Folio Auto der Zukunft (10/07)
Internetente? Ich suchte im Folio vom Oktober vergeblich nach einem Elektromobil der Firma Zenncars, Kanada. Nach zahlreichen Berichten im Internet sollte diese Firma dieses Jahr ein Elektromobil mit mehreren hundert Kilometer Reichweite vorstellen. Das Neue daran sollte ein Kondensator der Firma Eestor, Texas, sein. Die genannten Kondensatoren sollten pro Kilogramm Eigengewicht, 2,3 mal mehr Energie speichern als Lithium-Ionenakkumulatoren. Gesichertes weiss ich nicht. Kann uns Herr Andreas Hirstein etwas über dieses Phänomen erzählen, oder ist es nur ein " Ente "? Peter Tschanz, Lenzburg
Zu Editorial -- Grün und sexy - NZZ-Folio Auto der Zukunft (10/07)
Ich finde Ihr neustes NZZ Folio mit dem Thema „Auto der Zukunft“ ja ganz nett; was ich allerdings nicht verstehe ist, warum kein Wort oder Bild (zumindest beim Überfliegen der Artikel und Fotos) vom erfolgreichsten Leichtelektromobil aller Zeiten, der Schweizer Entwicklung Twike, zu finden ist. Es muss ziemlich spurlos an Ihnen vorbeigegangen sein, dass am 22. September auf dem Berner Bundesplatz 120 solche visionäre Fahrzeuge präsent waren und während des ganzen Tages die Berner Innenstadt „bevölkerten“. Ebenso scheint Ihnen die Tatsache nicht bekannt zu sein, dass vom Twike in den letzten zehn Jahren über 830 Exemplare gebaut wurden und die technische Entwicklung ganz an der Front (z.B. bei der Batterietechnik) dabei ist. Gottseidank gibt es immer die Möglichkeit, Wissenslücken zu stopfen – ich wünsche Ihnen, dass Sie dies nachholen. Und wer weiss, vielleicht ist Ihnen dieses geniale Vehikel sogar einen Beitrag wert (Eckdaten: befördert bis 2 Personen bequem und trocken bis zu 80 km weit, verbraucht ein Benzinäquivalent von 0,5 Liter auf 100 km, erreicht eine Geschwindigkeit von 85 km/h – sofern dies für den Stadt- und Agglomerationsverkehr überhaupt relevant ist, bewegt sich praktisch geräuschlos, etc.); mich hat es seit 1997 ohne nennenswerte Reparatur oder Störung 40'000 Kilometer befördert. Dr.med. Christoph Schnyder, Cham
Zu Editorial -- Grün und sexy - NZZ-Folio Auto der Zukunft (10/07)
Ich bin etwas enttäuscht über das NZZ Folio mit dem Titel „Auto der Zukunft “: Neben CO2- und Energieverbrauch pro gefahrenem Kilometer müsste in einer gut recherchierten Nummer einer Zeitschrift mit den journalistischen Ansprüchen eines NZZ Folio, die sich völlig dem Thema der Antriebe von Autos widmet, irgendwo der „graue“ CO2- und Energieverbrauch für das Herstellen von Batterien und Antrieben wie auch für die Entsorgung der Autos aufgeführt werden. Einziger indirekter Hinweis ist die Erwähnung der Kosten für einen Hybridroller. Wenn man diese als hauptsächlich dem Energieverbrauch beim Herstellen geschuldet interpretiert, ist wohl ein einfacher „stinkender“ Zweitakter umweltfreundlicher als ein Hybridroller, weil er während seiner gesamten Lebensdauer bei weitem nicht so viel fossiles CO2 in die Luft setzt. Ich bitte dringend um das Nachliefern dieser Angaben für konventionelle 2-Takt-Motoren, 4-Takt-Motoren, Dieselmotoren, Hybrid-, Plug-In-Hybrid-, Erdgas- und Biokraftstoffantriebe – am besten aufgeschlüsselt nach Hersteller. Wenigstens die prominent behandelten Toyota und VW müssten solche Zahlen zum Dank für die Gratiswerbung liefern! Schliesslich würde mich interessieren, welche inhärenten wissenschaftlichen unteren Grenzen es für die graue Energie der Herstellung einer (konventionellen oder Lithium-) Batterie gibt. Warum wurden die vielen interviewten Wissenschaftler und Ingenieure nicht danach gefragt? Hartwig Thomas, Zürich
Zu Editorial -- Grün und sexy - NZZ-Folio Auto der Zukunft (10/07)
Autofahren in der Zukunft: ohne Alkohol, mit 100 km/h Speed-Limiter, ohne Aschenbecher. Die Schweiz steht international noch gut da punkto tödliche Unfälle im Strassenverkehr, wie die Vergleiche im NZZ Folio zeigen. Dank Sicherheitsgurten, Airbags und stabileren Fahrgastzellen überleben heute viele schwer verletzt. Zwanzig Prozent der Schwerverletzten sollen jedoch dauerhaft invalid bleiben. Was könnte noch gemacht werden, um das Autofahren in der Zukunft sicherer zu machen? Eine Null-Alkohol Limite würde viele Unfälle verhüten. Nicht von ungefähr dürfen Lastwagenfahrer, Busfahrer, Lokomotivführer, Kapitäne und Piloten keine alkoholischen Getränke zu sich nehmen, schon Stunden vor Dienstantritt. Laut der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme war 2004 in der Schweiz bei 20,2 Prozent der tödlich verlaufenen Verkehrsunfällen Alkohol (mit-) verursachender Faktor. Eine Massnahme zur weiteren Verringerung von schweren Verkehrsunfällen, die in Betracht gezogen werden könnte, wäre der Einbau von elektronischen 100 km/h Speed-Limitern in allen Autos, von Geschwindigkeitsbegrenzern. Der Einbau eines solchen elektronischen Speed-Limters dauert nur eine Stunde. Strikte verboten werden sollte beim Autofahren auch das Rauchen. Beim Anzünden einer Zigarette ist schon mancher Autofahrer verunglückt. H. Frei, Zürich
Zu Editorial -- Grün und sexy - NZZ-Folio Auto der Zukunft (10/07)
Wasserstoff ist immer noch die einzige langfristig valable Quelle für mobile Energie. Ohne Umweltkonsequenzen, allerdings nur wenn er mittels Elektrolyse aus Wind- Sonnen- oder Kernkraftwerken produziert wird. Alle anderen Ansätze werden in 100 oder 200 Jahren kollabieren. A.Schmidt, per E-Mail
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