NZZ Folio 10/92 - Thema: Die EG - Modell und Wirklichkeit   Inhaltsverzeichnis

Die Struktur der Strukturfonds

Von Andreas Heller

Portugal hat seit seinem Beitritt zur EG im Jahre 1986 nach heutigem Kurs pro Tag mehr als 5,5 Millionen Franken aus Strukturfonds zugesprochen erhalten. Der grösste Teil dieser Finanzmittel stammt aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der wirtschaftliche und soziale regionale Unterschiede abbauen soll. Weitere Beiträge kommen aus dem europäischen Sozialfonds (ESF), der die berufliche Bildung, Umschulung und Einstellung von Jugendlichen unterstützt, sowie aus dem europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAFL). Ausserdem gibt es einen speziellen Fonds für die Erneuerung der portugiesischen Industrie.

Gelder aus dem Regionalfonds sind in Portugal grösstenteils in die Setúbal-Halbinsel geflossen, wo sie für die Verbesserung der Infrastruktur, für den Aufbau von Häfen und Verbindungswegen eingesetzt werden. Die Strukturverbesserung soll neue Investitionen anlocken.

Für den Zeitraum 1989 bis 1993 verdoppelte die EG die Fonds und teilte Europa, um die Gelder effizienter einzusetzen, neu in Empfängerregionen ein. Portugal ist eine sogenannten «Ziel Nr. 1»-Region, eine Region mit allgemeinem Entwicklungsrückstand. Das Fernziel der Fonds ist die Kohäsion, die schrittweise Stärkung der Wirtschaftskraft und Verbesserung der Lebensbedingungen der ärmeren Länder im Hinblick auf die Wirtschafts- und Währungsunion. Die nationalen Regierungen sind angehalten, die Fonds mit eigenen Investitionen zu ergänzen.

Seit 1989 sind in Portugal rund 60 000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Zum durchschnittlichen jährlichen Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent seit 1989 trugen die Fonds fast ein Fünftel bei.




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