NZZ Folio 02/05 - Thema: Normen   Inhaltsverzeichnis

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Im 20. Jahrhundert war der Duden die allein zuständige Instanz in Sachen Schreiben. Doch seit der Rechtschreibreform von 1996 stellt sich die Frage, wer die Definitionsgewalt über Richtig und Falsch hat.

Von Manfred Papst

Durchs Internet geistert seit einiger Zeit ein kleiner Text. Er existiert in verschiedenen Varianten und ist keinem Autor zuzuordnen. Bastian Sick zitiert ihn in einer seiner Sprachkolumnen, die als «Zwiebelfische» zum Angebot von «Spiegel Online» gehören, wie folgt:

«Gmäess eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid, das ezniige, was wcitiig ist, ist, dsas der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion sehten. Der Rset knan ttoaelr Bsinöldn sein, todzterm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das legit daarn, dsas wir nihct jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als Gnaezs.»

Dass wir diese Sätze ohne nennenswerte Mühe lesen und verstehen können, verblüfft – und es mag uns dabei helfen, das Problem der Sprachnormierung in Geschichte und Gegenwart mit etwas mehr Gelassenheit als üblich zu betrachten. Denn gerade uns, die wir die sogenannte Rechtschreibreform der Jahre 1996 ff. samt ihren halbherzigen Rückbuchstabierungen als trübes Gemengsel aus Inkompetenz, Anmassung und Wurstigkeit verachten, beschenkt der Buchstabensalat mit einer befreienden Erkenntnis. Schlimmer als der Schüttelbecher die obigen Wörter, sagen wir uns, kann auch die missratene Reform, die am 1. August 2005 «in Schulen und Behörden definitiv verbindlich und amtlich» werden soll, ihre wehrlosen Textopfer nicht zurichten. Sie kann uns also gar nichts anhaben! Denn kraft unserer Erfahrung und unseres ordnenden Verstandes haben wir den sprachlichen «Urmeter» schon in uns und finden uns überall leidlich zurecht.

Bleiben wir also ganz ruhig und widerlegen damit das Vorurteil, dass Sprachwächter stets Hitzköpfe, Linsenspalter und Prinzipienreiter seien. Dies hat übrigens nicht nur einen wahren Kern, sondern auch einen guten Grund. Wer die Sprache liebt, muss penibel sein. Das ist, neudeutsch gesprochen, sein Job. Dass die Sprachpfleger sich so leicht in Zorn reden, hat indes nicht nur mit lodernder Leidenschaft für die Sache zu tun, sondern auch mit mangelnder Legitimation. Denn wer bestimmt eigentlich, was richtig und was falsch ist, und weshalb?

Wir haben uns angewöhnt, die Wörter «mein» und «dein» als Possessivpronomen oder besitzanzeigende Fürwörter zu bezeichnen. Das kann zu Missverständnissen führen. Wenn jemand von «seinem» Haus spricht, können wir zwar beim Grundbuchamt nachfragen. Was er mit dem Ausdruck «meine Frau» meint und welche Ansprüche er aus ihm ableitet, ist schon eine schwierigere Frage. Und dass er sich mit dem Ausruf «Mein Gott!» als stolzer Besitzer eines solchen zu erkennen gibt, darf mit Fug bezweifelt werden.

Wie aber verhält es sich mit «meiner» Sprache? Sie ist etwas, an dem ich zwar teilhabe, das mir aber nicht allein gehört. Nur in ihr kann ich mich äussern. Sie ist mein Innerstes und mein Äusserstes. «Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt», hat Wittgenstein im «Tractatus» geschrieben. Ich kann ohne meine Sprache nicht denken. Gleichzeitig ist sie mir fremd, denn weder habe ich sie geschaffen, noch kann ich sie, wenn ich verstanden werden will, nach meinem Gutdünken handhaben. Aus ihr, über sie hinaus komme ich nicht. Selbst zu ihrer Zurückweisung steht mir nichts zu Gebote als ihr «Wörterbuch erblasseter Metaphern», wie Jean Paul es genannt hat. Auch im tiefsten Schweigen ist sie in mir und um mich herum. Dass sie mir nicht gefügig ist, hindert mich aber wiederum nicht, aufs Innigste in ihr und über sie zu sprechen. Sie ist ein Teil von mir, wie ich ein Teil von ihr bin. Dennoch fehlen mir manchmal die Worte.

Die Sprache kennt keine stillen Teilhaber. Wer immer sie verwendet, gestaltet sie mit und verändert sie. «Erst im Individuum erhält die Sprache ihre letzte Bestimmtheit», heisst es bei Wilhelm von Humboldt einmal, «keiner denkt bei dem Wort gerade und genau das, was der andre, und die noch so kleine Verschiedenheit zittert, wie ein Kreis im Wasser, durch die ganze Sprache fort.» Deshalb ist sie das grösste unvollendete Bauwerk des Menschen. Und was ist ihr Wesen? Schall und Rauch. Dass es auch für sie Normen geben soll, mutet deshalb zunächst seltsam an. Zum einen widersetzt sich die Sprache durch ihre Wandelbarkeit jedem Regelwerk. Sie passt sich unseren beschleunigten Lebensverhältnissen an, nimmt neue Begriffe auf, formt alte um oder lässt sie einfach liegen.

Zum andern ist sie das Ergebnis komplexer kollektiver Prozesse. Sie ist von allem Anfang an Übereinkunft. Zwar nimmt sie Impulse von Einzelnen auf und multipliziert sie tausendfach. Jemand sagt etwas, und plötzlich ist es in aller Munde. Aber sie kann auch bockig sein. Zwar verleibt sie sich zunächst einmal jede Modetorheit ein. Die gegenwärtige Anglomanie ist nur das prominenteste Beispiel. Vieles scheidet die Sprache aber auch wieder aus. Und was sie sich nicht anverwandeln will, kann kein König und keine Kultusministerkonferenz in sie hineindekretieren. Gegen die Fremdwörter, die ihr dienlich sind, hat noch kein Reinheitsgebot etwas vermocht: auch wenn die Ämter noch und nöcher auf ihre Autorität pochen. «Noch und nöcher» steht übrigens allenfalls als scherzhafter, umgangssprachlicher Ausdruck im Wörterbuch. Korrekt ist er nicht. Trotzdem hält er sich. Alle verstehen ihn. Das führt uns auf ein seltsames Gesetz der Sprache: Was erlaubt ist, entscheidet die Mehrheit. Nicht im Moment, aber langfristig. «Was in einer Sprache üblich ist, kann nicht falsch sein.» Eike Christian Hirsch zitiert diesen schönen Satz in seiner Sprachglossensammlung «Gnadenlos gut» und ordnet ihn einem «Sprachfreund aus der Goethezeit» zu. Das macht sich immer gut und ist kaum falsifizierbar.

Die Anfänge der Sprache verschwinden im Dunkel der Vergangenheit. Wir können hier nicht erläutern, was sich in ihnen an gemeinsamen Strukturen, also an Universalien, herausgebildet hat. Begnügen wir uns deshalb mit einem kleinen Schritt über ein halbes Jahrtausend hinweg und beschränken wir uns auf die Sprache in ihrer schriftlichen Form. Auch das ist keine Selbstverständlichkeit. Gerade die Reformer von 1996 ff. haben die Gleichsetzung von Sprache und Schrift stets bestritten. Die Rechtschreibereform reformiere lediglich die Rechtschreibung, mehr nicht, hat etwa der Zürcher Linguist Horst Sitta gesagt.

Dem hat der Literaturwissenschafter Peter von Matt mit dem Argument widersprochen, eine reine Orthographiereform hätte womöglich sogar breite Anerkennung gefunden; der Casus Belli sei erst eingetreten, als von den Reformern «massiv in den Wortschatz eingegriffen, Wörter zerstört und nicht ersetzbare Wortverbindungen verboten wurden». In Wahrheit lässt sich das eine vom anderen nie trennen, da die Rechtschreibung seit je einen Doppelcharakter hat. Dem phonetischen Prinzip (Johann Christoph Adelungs «Schreibe, wie du sprichst») steht das von Jacob Grimm vertretene historisch-etymologische Prinzip, nach dem die Schreibung die Wortgeschichte spiegeln soll, entgegen. In der Praxis haben sich diese beiden Prinzipien vielfach vermischt.

Im Zeitalter Gutenbergs waren es die Buchdrucker, welche die Vereinheitlichung der Sprache vorantrieben. Sie wollten sich die Arbeit erleichtern und den Markt für ihre Produkte vergrössern. Und sie hatten Erfolg. Was 250 Jahre nach Luther, im Deutschland des ausgehenden 18. Jahrhunderts, in Buchform erschien, war weitgehend standardisiert – während sich in den privaten Briefwechseln der gleichen Epoche noch die wirrste Vielfalt beobachten lässt. Die Schulmeister forderten zwar verbindliche Regeln für alle, aber dem Unterricht einer einheitlichen Hochsprache, wie es sie in Frankreich längst gab, stand die deutsche Kleinstaaterei entgegen. Es existierte schlechterdings keine übergeordnete Instanz, die sich als «Sprachgericht» hätte anrufen lassen. Erst mit der Reichsgründung von 1871 geriet auch die deutsche Sprache in den Sog der allgemeinen Systematisierungstendenzen.

Nun drängten die Orthographiefibeln auf den Markt. Eine stammte von einem Gymnasialdirektor namens Konrad Duden. Wie differenziert und verästelt die Diskussion damals schon war, zeigt ein Blick in Werke der Zeit wie Daniel Sanders’ 1872 erstmals erschienenes «Wörterbuch der Hauptschwierigkeiten in der deutschen Sprache», in dem nicht jene «allgemein anerkannten Regeln, die allen Gebildeten geläufig und vertraut sind und gegen die sie deshalb niemals verstossen werden», abgehandelt werden, sondern schon Hunderte von kniffligen Fragen wie diejenige, ob es «Zaubrerin» oder «Zauberin» heissen müsse.

Zwar wehrte sich Bismarck noch heftig gegen die Reform, die der Germanist Rudolf von Raumer im Auftrag des preussischen Kultusministers ausgearbeitet hatte und die 1876 an der «orthographischen Konferenz» beschlossen worden war, doch sein Verdikt wirkte sich nur auf die Amtssprache aus. 1901 tagte eine zweite orthographische Konferenz. Sie bestand aus Regierungsvertretern Deutschlands und Österreichs sowie aus Fachleuten aus dem Verlagswesen und dem Buchhandel. Auf der Basis von Dudens 1880 erschienenem «Vollständigem Orthographischem Wörterbuch» (dem sogenannten Urduden) ging es um Vereinheitlichung. Im Wesentlichen wurden Dudens Vorschläge abgesegnet. Die Schweiz nahm wie gewohnt nicht an der Konferenz teil, übernahm aber deren Ergebnisse – nachdem sie in weiser Voraussicht schon 1894 den «Duden» als Instanz anerkannt hatte.

Dass er das bis heute geblieben ist, verdankt er seinem eigentümlichen Zwitterwesen. Der Duden war stets sowohl normativ als auch deskriptiv. Schon seine erste Ausgabe legte keine neue Rechtschreibung fest, sondern bestätigte und ordnete die bereits gebräuchliche. Was ursprünglich vielleicht als falsch galt, aber oft und lange genug auftauchte, nahm er als Variante auf. Und noch in anderem Sinne war er an der Praxis orientiert: Zur siebten Auflage (1902), die den Konferenzergebnissen von 1901 folgte, gesellte sich 1903 der sogenannte Buchdruckerduden, in dem bei den zahlreichen Doppelschreibungen jeweils klare Entscheide für eine Variante getroffen wurden. 1915 wurden die beiden Ausgaben zusammengeführt. Im Lauf der Zeit verhielt sich der Duden durch die Entscheidungen nach der einen oder anderen Seite zwar «inkonsequent», und sein Lehrgebäude wurde verwinkelter; doch trug er der zunehmenden Verfeinerung des sprachlichen Gewebes Rechnung.

De facto wurde der Duden im 20. Jahrhundert zur allein zuständigen Instanz in Sachen Rechtschreibung – obwohl er eigentlich eine privatwirtschaftliche Angelegenheit war. 1955 erklärte indes die westdeutsche Kultusministerkonferenz um der Wahrung einer einheitlichen Rechtschreibung willen in Zweifelsfällen die im Duden gebrauchten Schreibweisen und Regeln vorläufig für verbindlich. Der Duden begleitete mit seiner Redaktion die Entwicklung der Sprache gleichsam von innen her. Das ging so lange gut, bis die Reformer von 1996 auf den Plan traten.

Sie argumentierten, die Rechtschreibung dürfe nicht einfach einem Wörterbuch überlassen werden. Aber der fehlbesetzten und überforderten Kommission unterliefen schwerwiegende Denkfehler. Statt in der möglichst weitgehenden Differenzierung einen Gewinn zu sehen, ging sie mit der Heckenschere ans Werk und liess nur eine «DIN-A4-Sprache» stehen. Sie sah lange nicht, dass sie, indem sie ins Regelwerk eingriff, auch das lebendige Sprachgewebe verletzte. Und als sie es schliesslich doch sah, korrigierte sie hilflos herum und ergänzte ihren Kanon durch allerlei Kann-Regeln – in der irrigen Meinung, damit der Praxis etwas Gutes zu tun. Was sie tat und wie sie es tat, empörte nicht nur die Schriftsteller, sondern mobilisierte auch die Akademien und die grossen Verlagshäuser. Nach der «FAZ» verkündeten auch der «Spiegel» und die Springer-Presse die Abkehr von der neuen «Schlechtschreibung» und die Rückwendung zum alten Regelwerk.

Deshalb leben wir heute in einem Zustand der Rechtsunsicherheit. Im August 2005 sollen die Reformen vollzogen sein. Davon sind wir im Moment weit entfernt. Die Frage, wer die Definitionsgewalt über Richtig und Falsch in der Gegenwartssprache hat und wie die Macht des Faktischen einzuschätzen ist, ist so offen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gleichzeitig entwickeln sich im Alltag zwischen globalisierter Wissenschaft, Quassel-TV und Jugendkultur, in den Chatrooms, per E-Mail und SMS neue Schreibgewohnheiten, welchen der vorreformatorische Duden so herzlich egal ist wie sein neuester Nachfolger.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass dieses Interregnum kein aussergewöhnlicher Zustand ist. Die Sprachgeschichte Deutschlands und seiner Nachbarländer ist mit gescheiterten Reformversuchen gepflastert. Gerade die deutsche Rechtschreibung erfuhr nach der Reform von 1901 ein seltsames Schicksal. Ein Reformversuch des Reichsschulausschusses, der 1920 auf eine Vereinfachung der Orthographie zielte, wurde zurückgewiesen. Den Vorstössen des nationalsozialistischen Erziehungsministers Rust ging es nicht anders. Und in den 1950er Jahren scheiterten die «Stuttgarter Empfehlungen» am Widerstand von Schriftstellern wie Thomas Mann und Hermann Hesse.

Zwar galt die «Duden»-Lösung manchen kritischen Germanisten stets als schlechter Kompromiss und zudem als politischer und somit von der falschen Instanz gefällter Entscheid, aber er erwies sich als tragfähig. Von 1901 bis 1996 sorgte er für eine in den Grundzügen einheitliche Rechtschreibung in Literatur, Schule und Zeitungswesen – auch wenn jedermann wusste, dass die Mischform aus lautbezogener Orthographie, Analogieschlüssen sowie etymologischen Überlegungen gar nie ein konsequentes «System» bilden konnte. Und schliesslich entschied auch 1996 formell die politische Macht – nur auf anderer Basis. Hatte Bismarcks Verwaltung auf die Drucker und Lehrer abgestellt, so baute die gegenwärtige Kultusministerkonferenz hauptsächlich auf den Rat der Linguisten.

Bei all dem stellt sich die Frage, weshalb eine Sprache überhaupt vereinfacht werden soll. Dass sie vereinheitlicht werden soll, ergibt sich aus dem Reichs- oder Staatsgedanken. Sie kann aber einheitlich sein und trotzdem kompliziert – wie das Französisch des Königs und seines Hofs. Der Gedanke, dass sie möglichst einfach sein solle, hat verschiedene Prämissen. Zum einen geht es um die Schönheit der klaren Formeln und der widerspruchsfreien Logik, ums «System», zum andern um eine Demokratisierung der Sprachbeherrschung. Sprache soll für alle zugänglich sein und nicht mehr als Unterscheidungsmerkmal in der Klassengesellschaft gelten wie einst in Frankreich, wo die Académie 1673 ganz ungeniert schrieb, ihre Orthographie trenne die Gesellschaft in «les gens de lettres» und «les ignorants et les simples femmes».

Den Vorwurf, die deutsche Rechtschreibung sei schwierig, gilt es freilich zu hinterfragen. Sie ist, gemessen etwa am Erlernen einiger tausend chinesischer Schriftzeichen, ein Kinderspiel und jedem aufgeweckten Heranwachsenden zuzumuten. Auch der Vergleich mit anderen europäischen Sprachen stützt dieses Argument. Die englische Orthographie ist, da im modernen Englisch zwischen Aussprache und Schreibweise enorme Diskrepanzen bestehen, ein höchst unregelmässiges System – das Resultat von über Jahrhunderte hinweg immer wieder gescheiterten Reformversuchen. Dennoch funktioniert es. Man kann es offensichtlich lernen, obwohl es weit mehr Schwierigkeiten bietet als das deutsche. Und auch die französische Rechtschreibung hätte eine Vereinfachung und Vereinheitlichung viel nötiger als die deutsche. In dem Land, das schon im 18. Jahrhundert die Tradition zum Dogma erhob, wurden im 20. Jahrhundert nicht weniger als neun Reformen ausgearbeitet – und mit Hinweis auf die für die Verständlichkeit der Klassiker unabdingbare Kontinuität der Orthographie wieder gekippt oder schubladisiert.

Am Ende stehen wir wie am Anfang vor der Frage, wie stark normiert eine Sprache überhaupt sein muss. Man sollte die Antwort nicht den Linguisten überlassen. Die Schriftsteller beweisen auf diesem Gebiet weit mehr Sensibilität und Umsicht. Adolf Muschg hat unlängst festgehalten, dass die scheinbare Inkonsequenz der Sprache gar kein Schwächezeichen sei: «In jeder ihrer Merkwürdigkeiten steckt eine Geschichte, um die man sie nicht mechanisch verkürzen darf.» Gemäss unserem Eingangszitat könnten wir den Satz auch so schreiben: «In jdeer ierhr Mükrwedrkgieetn stkcet enie Gihceshcte, um die man sie nchit mahcecinsh vkrerüzen draf.»

Manfred Papst ist Leiter des Ressorts Kultur der NZZ am Sonntag.


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