SAUBER, NICHT REIN
«Erika», «Jessica», «Exxon Valdez», «Amoco Cadiz», «Prestige» – was in unbedarften Ohren lieblich klingt wie Automodelle oder Pseudonyme von Edelprostituierten, steht für eine der augenfälligsten Schattenseiten des Ölzeitalters: Tankerunfälle auf den Weltmeeren. Der grösste Teil der Verschmutzung durch Schiffe erfolgt nicht durch Havarien, sondern durch das alltägliche vorsätzliche Ablassen von Schweröl und anderen Schadstoffen. Doch erst Tankerunfälle bieten jenes traurige Spektakel, das die grössere Öffentlichkeit kurzzeitig betroffen macht: schmierige Ölteppiche, schwarze Küsten, versaute Badestrände, verendete Fische, arbeitslose Fischer. Und erst die Vögel. Lahm, verklebt, lebendig einbalsamiert mit schwarzem Gold, sind sie die sichtbarsten Opfer von Ölkatastrophen.
Der französische Tierschützer Jean-Pierre Jacques hat eine Vogelwaschmaschine entwickelt, dank der die elenden Kreaturen schneller als von blosser Helferhand vom Öl befreit werden können. Denn für ölverseuchte Tiere gilt: Zeit ist Leben. Vor zehn Jahren baute die Firma Lancer, Herstellerin von Geschirrspülern, nach Jacques’ Prototyp und mitfinanziert vom Ölkonzern Elf die ersten vier Vogelwaschmaschinen. Heute sind nach Angaben des Erfinders etwa ein Dutzend im Einsatz, dauernd tüftelt er an Verbesserungen herum. Bisher effizienteste Methode: Vor- und Endreinigung manuell, Hauptwaschgang bei 38 Grad maschinell. Auf diese Weise können 12 bis 14 Vögel pro Stunde gereinigt werden.
Während in Europa für die sehr spezielle Aufgabe diverse Waschmittel zum Einsatz kommen, hat sich in den USA die Marke «Dawn» durchgesetzt – ein Geschirrspülmittel, das normalerweise statt Enten das Besteck reinigt, mit dem sie verzehrt wurden. Die Firma nutzt diesen Nebeneffekt zur Imagepolitur, sie unterstützt mit ihrer «Save a duck»-Kampagne Umweltorganisationen und wirbt mit dem putzigen Slogan: «Wenn diese Ente sprechen könnte, würde sie Ihnen erzählen, dass ein Geschirrspülmittel ihr Leben gerettet hat.»
Ente gut, alles gut? Leider nein: Von den endgereinigten Vögeln, die überhaupt wieder in die Freiheit entlassen werden können, überleben nach wissenschaftlichen Studien höchstens ein paar wenige Prozent länger als ein Jahr. Die meisten sterben vorher an Versagen von Leber, Niere oder Verdauungstrakt. Andreas Dietrich
POCKEN IN DALLAS, PEST IN DENVER
Machtgier, Eifersucht und Intrigen erstaunlicher Vielfalt verunmöglichten über ein Jahrzehnt das Familienglück der schwerreichen texanischen Erdölsippe Ewing. Die Plots der TV-Serie «Dallas», die in unseren Breitengraden in den 80er Jahren Furore machte, waren genauso aufgebauscht wie die eigenwilligen Haartrachten der mitwirkenden Damen. Nichtsdestoweniger erfreuten sich die hauptsächlich in Wohnzimmern handelnden Dramen regen Zuspruchs. Und was hohe Einschaltquoten bringt, wird schleunigst kopiert.
Darum wurden die Zuschauer schon bald nach der Einführung von «Dallas» mit einer weiteren Erdölfamilie ähnlichen Kalibers bekannt gemacht: dem «Denver-Clan». Was objektiv betrachtet einer Wahl zwi schen Pocken und Pest gleichkam, mündete bei den Anhängern der Serien in einen Glaubenskrieg: das Gruselkabinett aus Dallas gegen die Wachsfiguren aus Denver. «Dallas»-Bösewicht J. R. Ewing (Larry Hagman) gegen «Denver»-Biest Alexis Carrington (Joan Collins); ihr darf man zugute halten, dass sie privat keinen chirurgischen Aufwand scheute, um für die Zuschauer von Staffel zu Staffel jünger auszusehen.
Für welche Sippe man sich auch immer entschied (oder entscheidet, denn die Serien werden von deutschen Privatsendern immer mal wieder aufgetaut) – die Quintessenz aus beiden Serien blieb die gleiche: Was nützt den Ölmultis alles Geld der Welt, wenn es ihnen trotz ihrem Reichtum nicht gelingt, einen anständigen Coiffeur zu finden. Katja Alves
DER BENZINSÄUFER
Martin Gugelmann, offizieller Importeur des Hummer in die Schweiz, mag sie nicht mehr hören – die alte Leier von Golfkrieg, Patriotismus und Machismo. «Leute, die einen Hummer kaufen, sind absolut normal», stellt er klar. «Das sind Architekten, Ärzte, Rechtsanwälte, Werber. Menschen wie Sie und ich, die Spass am Autofahren haben.» Der Hummer – das heisst: der Hummer H 2, den General Motors nach dem Vorbild des Armeefahrzeugs Hummer H 1 für den zivilen Gebrauch entwickelt hat – ist für Gugelmann primär ein Fun Car, ein Spassfahrzeug; so wie halt die meisten Autos heutzutage, wie das Smart Cabriolet oder der Aston Martin Vanquish.
Hummer-Fahrer sind also ganz normale Leute, die einfach Spass daran haben, eine Kiste zu fahren, die aussieht wie eine Mischung von Pistenfahrzeug und Leichenwagen – oder eben wie die Armeejeeps, in denen die US-Soldaten Richtung Bagdad rollten. Es sind Leute, die Freude an einem Sport Utility Vehicle haben, das alles kann, was man im Alltag nie braucht – Flüsse durch queren, Geröllhalden bezwingen –, und die sich an vielen kleinen überflüssigen Extras erfreuen wie Suchscheinwerfer oder Vorrichtungen für den Transport mit dem Helikopter.
Vor allem aber sind es Leute, die sich überhaupt nicht daran stören, dass der 6-Liter-Hochleistungsmotor des fast zwei Meter hohen und annähernd drei Tonnen schweren Gefährts im Minimum 18,1 Liter Sprit auf 100 Kilometer verbrennt. «Hummer-Fahrer lieben die urtümliche Kraft dieses Fahrzeugs», sagt Gugelmann. «Sie geniessen den Ausblick aus dem Cockpit und die hohe Sicherheit.»
Ein Hummer (zu deutsch: Brummer) hebt das Ego ungemein. In diesem Wagen fühlt sich jeder riesengross und bärenstark. Trotzdem steht das Fahrzeug offenbar meist in der Garage – auf Schweizer Strassen jedenfalls haben wir in den letzten Monaten kein einziges mehr gesehen, dafür ziemlich viele bei Gebrauchtwagenhändlern. Die steigenden Benzinpreise fordern ihren ersten Tribut, was sich auch in den Verkaufszahlen spiegelt; sie sind vor allem in den USA drastisch eingebrochen. Schon im nächsten Jahr wird deshalb der kleinere Hummer 3 folgen, mit relativ bescheidenem 3,5-Liter-Motor und leicht gezügeltem Durst nach Benzin und Diesel.
Noch lieber wäre uns allerdings, wenn man das Gefährt bald nur noch im Museum bestaunen könnte: als Symbol für die Unvernunft des ausgehenden Benzinzeitalters. Andreas Heller
DAY-O, DAAAY-O
Die Kostüme waren in letzter Minute fertig geworden, die Kinder konnten vor Aufregung nicht schlafen, die halbstarken Trommler probten bis in die Nacht. Es war das Jahr 1880 oder vielleicht auch 1884, der Karneval auf Trinidad sollte die Party des Sommers werden und die grosse Chance zum handgreiflichen Showdown rivalisierender Bands. Aber dann: Trommelverbot! Aus Furcht, im Tumult würden die Jugendlichen per Trommelkommunikation die Ausschreitungen koordinieren, untersagten die britischen Besatzer die Bongos. Wut und Verzweiflung machten erfinderisch: Manche brachten mit einem Holzstück die britischen Einliter-Ginflaschen zum Klingen, andere liessen im rhythmischen Takt ein Bambusrohr aus Brusthöhe auf den Boden fallen, und später prügelten sie auf die Bremstrommeln ausrangierter Autos. Es klang fürchterlich.
So ging es 60 Jahre, bis Ende der 40er Jahre der Polizeioffizier Joseph Griffith in einer der berüchtigten «No-go-Zones» Trinidads auf Streife war. Aus einer dunklen Seitengasse klangen scheppernde Schlaglaute. Die Neugier war grösser als die Vorsicht, Griffith näherte sich den Jugendlichen. Sie versuchten, mit Hämmern neue Töne aus Biscuitbüchsen zu schlagen.
Der Musiker Griffith vergass seine polizeilichen Pflichten. Er war begeistert vom neuen Instrument und entrüstet über die musikalische Ignoranz der Spieler, die nicht einmal wussten, was eine Tonleiter ist. Griffith griff ein: «Was macht ihr denn?! – Do, Re, Mi, Fa, So – so muss das gehen!» Griffith und die Jungs erfanden an diesem Tag das Nationalinstrument Trinidads.
Wer nun statt der Büchsen als erster ein Ölfass zum Klingen brachte, ist unklar. Das Recht nehmen für sich in Anspruch Rudolph «Fischauge» Ollivierrie, Winston «Spree» Simon und eben Joseph Griffith. Sicher ist: Die Blechbüchsen waren Einweginstrumente, sie verbeulten allzu schnell. Einer der Musiker trat nach einem der unzähligen 55-Gallonen-Dieselölfässer. Die amerikanische Marine pflegte sie «karibisch» zu entsorgen, sie liess sie einfach im Hafen liegen. Der Ton, der aus dem russigen Stahl klang, war rauh und warm. Eifrig hämmerten die Spieler auf die feinen, aber stabilen Deckel der Stahlfässer, bis sich diese bedrohlich nach innen wölbten; dann schlugen sie von der Rückseite die Dellen zurück, aus zufälligen Lauten wurden wiedererkennbare Töne, aus einem Abfallprodukt ein neues Musikinstrument. Beim nächsten Karneval erklangen zum ersten Mal die pulsierenden Töne der Steeldrums.
In den 50er Jahren verliessen Steeldrums und Spieler die Isolation Trinidads und emigrierten nach England. Im Liverpooler Jazzclub Cavern lauschten pickelige Mitglieder einer unbekannten Boygroup andächtig den karibischen Rhythmen. 1964, ausgelaugt von der Amerikatournee, besannen sich Ringo und Paul ihrer Vorbilder aus dem «Cavern» und machten eine Auszeit auf der Karibikinsel. McCartneys Bass und Rhythmus, sagt mancher, sei typischer Trinidad-Beat.
Die Steeldrum ist ein grossartiger Nährboden für karibische Strandsehnsüchte, inzwischen aber in der unromantischen Realität angelangt: In E-Mails und via Online-Petitionen streitet sich die Szene, zu der Guggenmusikanten ebenso gehören wie Profispieler, über die einheitliche Bezeichnung des Instruments. Da der Tenor stimmführend ist, nannten die Trinidader ihre Steeldrum Tenor, die Tonlage aber entspricht dem Sopran. So soll sie gefälligst auch heissen, rufen die Reformer, und nicht etwa Pingpong (wie Winston «Spree» Simon sie bezeichnete), auch nicht Lead (nach der ersten Gitarrenstimme) oder gar Melody (weil sie melodiös klingt).
Das wohl berühmteste Steeldrum-Lied ist übrigens gar keines. Wer «Banana Boat» («day-o, daaay-o») mit geschlossenen Augen hört, sieht nur noch knallrote ka ribische Sonnenuntergänge, Touristen in Leinenanzügen, Riesencocktails, in denen pinkfarbene Papierschirmchen stecken. Tatsächlich ist Harry Belafontes Lied die Adaption eines alten «Worksong», den die Sklaven beim Beladen der Schiffe mit Bananen sangen – 150 Jahre vor Erfindung der Steeldrum. Mikael Krogerus
SINGING IN THE RAIN
Das Ölzeug, auch unter dem despektierlichen Namen «Ostfriesennerz» populär, ist eine Erfindung des norwegischen Hochsee-Rauhbeins Helly Hansen. 1877 hatte er genug davon, dauernd triefnass von Deck zu kommen, und er beschloss, seine textile Kleidung wetterfest zu machen. Dazu tunkte er ein Leinenensemble in Öl – allerdings nicht Erdöl, sondern Leinsamenöl – und liess es am offenen Feuer trocknen. Als er die Kleider wieder anzog, fühlten sie sich zwar speckig an und rochen auch etwas streng, doch hielt das Öl den Kapitän fortan trotz heftigen Regengüssen und Wellenspritzern trocken. Innerhalb eines Jahres verkaufte Helly Hansen seine Idee 2000-mal – für jene Zeit ein Riesenerfolg und der Anfang einer Unternehmerkarriere, die mit Schifffahrt und Fischerei bald nicht mehr viel gemein hatte. Helly Hansen verbesserte seine Idee laufend: 1920 liess er das Linox-Verfahren patentieren, durch das das Ölzeug die Klebrigkeit verlor.
Heute wird das Ölzeug nicht mehr aus Leinen gefertigt, sondern, quasi als Annäherung an den Namen, aus Erdöl beziehungsweise aus synthetischen Stoffen wie PVC. Typisch für die kanariengelben Jacken sind grosse Kapuzen, voluminöse Taschen mit Klappen und eine Frontleiste mit Druckknöpfen. Die «Nähte» werden ver schweisst oder, falls sie doch genäht sind, inwendig verklebt. In Ölzeug übersteht man auch die garstigste Wattwanderung im regnerischen Norden trocken. Gut sieht das Ölzeug auch in unseren Breitengraden aus, wenn man den Kontext etwas verändert und es etwa über dem Nadelstreifenanzug trägt. Jeroen van Rooijen
ÖL AUF LEINWAND
Allein entlang den Filmtiteln könnte man versuchen, die Geschichte des Erdöls zu schreiben: von «The Fighting Texans» (1933) über «Big Business» (1937) zu «The Flowing Gold» (1940) und «The Devil’s Pipeline» (1940) … Aber der Film ist nicht an Geschichte interessiert, sondern an Geschichten: «Oil’s Well That Ends Well» (1958) – man muss nur am richtigen Ort graben. Dabei stiess der Film zielsicher auf das gesellschaftlich schillerndste Erdölprodukt, den Ölmagnaten.
In «Giant» (1956), einer mehr als dreistündigen Kino-Soap-Opera, besetzte man die Rolle mit James Dean, der als armer Farmarbeiter ein Stück Land erbt, Öl findet und reich, bitter und einsam endet. «Local Hero» (1983) zeigte Burt Lancaster als exzentrischen Ölmilliardär, der ein friedliches schottisches Dorf kaufen will, um eine Raffinerie zu bauen – und sich am Ende eines Besseren belehren lässt. Bei James Bond, wo alles etwas explosiver zu- und hergehen muss, wird der Ölmagnat schon im Vorspann in die Luft gejagt («The World Is Not Enough», 1999). Sophie Marceau als seine Mörderin und Erbin – «Es ist mein Öl!» – steht den üblichen Leinwand-Finsterlingen im Ölgeschäft in nichts nach.
Filmgeschichtlich am bedeutendsten ist das Erdöl jedoch in Form von Benzin. Ohne Benzin gäbe es das Genre des Roadmovie nicht, keine zehnminütige Autoverfolgungsjagd mit Steve McQueen in «Bullitt» (1968) und auch nicht das klassische Element der Spannungsdramaturgie, den Schreckmoment, in dem die Nadel der Benzinanzeige gegen null sinkt und gleich der Sprit ausgeht. Und es gäbe keine «Mad Max»-Trilogie (1979–1985). Die Filme spielen in einer apokalyptischen Welt, die nur noch aus Wüste und verlassenen Strassen besteht, über die Leute wie Mad Max mit Hunderten von Pferdestärken donnern. Die Zeiten von «Easy Rider» sind vorbei, marodierende Horden auf schweren Motorrädern entern die letzten Tankwagen, um ihre Kanister zu füllen. Das gewaltige Brüllen der Motoren zerreisst die Einöde, in der jeder des anderen Wolf geworden ist. Was die Welt, in der das schwarze Gold versiegt ist, noch zusammenhält, ist der mörderische Kampf um den letzten Tropfen Benzin. Geplant war, ihn um einen vierten Teil zu verlängern, aber zum seit Jahren angekündigten «Mad Max: Fury Road» vermerkt die International Movie Database lakonisch, die Produktionsbüros seien geschlossen worden, die Kulissen eingelagert. Dem Projekt scheint der Treibstoff ausgegangen zu sein. Daniel Weber
PROST, DAS ÖLFELD BRENNT
Der Mann hiess Paul Neal Adair, geboren 1915 in Houston, doch die Welt von CNN kannte ihn als Red Adair. Der Höllenhund! Der Teufelskerl! Wo immer eine Plattform Feuer fing, ein Ölfeld in Flammen aufging und eine Kamera stand: Da stand auch Red Adair. Eindrücklich tat er es 1991, als Saddam Kuwaits Ölfelder in Brand steckte. Red Adair kam, sah und löschte. Manchmal dauerte es länger, manchmal knipste er das Flammenmeer aus, so schien es, wie man ein Bic-Feuerzeug anknipst. Amerika mag der Weltpolizist sein, sein texanischer Sohn war der Weltfeuerwehrmann. Als er kürzlich 89-jährig starb, trauerten sogar die Hydranten.
Nicht jeder kann ein ganzer Kerl wie Red Adair sein, auf St. Pauli in Hamburg aber wenigstens ein Kerlchen. Dort führt die Bar Miller das Getränk «Brennendes Ölfeld». Wann der Name kreiert wurde, weiss Chefin Regina nicht mehr, sie vermutet zu Zeiten von «Desert Storm». Der jüngste Irakkrieg liess die Verkäufe nicht einbrechen, im Gegenteil, das «Brennende Ölfeld» verkauft sich trotz oder wegen Zynismusfaktor prima. Und schmeckt prima, wie Selbsttests vor Ort ergaben. Der Pousse-Café ist das Gegenteil eines Durstlöschers, er will selber gelöscht werden – die Frage ist nur, wann: bevor man ihn mit dem Röhrchen schlürft (Feigling!) oder während (Schwachkopf!). Bei ausgiebiger Konsumation hat man so viel Alkohol und Mut im Blut, dass sich das Dilemma von selbst in Rauch auflöst.
Das Rezept: 2 cl Kahlua, 2 cl Bailey’s und 1 Teelöffel Captain Morgans Rum behutsam ins Glas schichten, anzünden und kräftig am Trinkhalm saugen. Habitués werden einwenden, dass die Mixtur einer verbreiteten Form des Klassikers B-52 entspricht. Recht haben sie! Aber der B-52 ist ja nicht bloss ein Drink, sondern vor allem ein Militärflugzeug (das unter anderem im Golfkrieg flog): Bomber und brennendes Ölfeld auch auf der Theke in Zusammenhang gestellt – das ergibt sogar nüchtern betrachtet einen Sinn. Andreas Dietrich
Jeroen van Rooijen ist Moderedaktor der NZZ, Katja Alves freischaffende Journalistin und Autorin für Radio DRS; Andreas Heller, Mikael Krogerus, Daniel Weber und Andreas Dietrich sind Redaktionsmitglieder von NZZ-Folio.