Frage 1
Das Zollfreilager in Genf gilt manchen Quellen als das grösste "Museum" der ganzen Welt. Unschätzbar, was da alles an Kunstwerken in den verschwiegenen Lagerräumen verdämmert.
Unser Bild zeigte das Zollfreilager (siehe geneva-freeports.com). Das Bild in der Zeitung wurde von der anderen Seite aus aufgenommen und zeigt auch das Logo der Ports Francs et Entrepots de Geneve S.A. Auf dem gleichen Gelände residiert die Post. Laut dem Schild davor handelt es sich um die Poststelle 1200 Geneve 26 La Praille.
Zu notieren war 2.Frage 2
Einer der erstaunlichsten Fälle der Schweizer Kriminalhistorie ereignete sich an den Reichenbachfällen bei Meiringen: Ein Brief lockt den guten Dr. Watson ins Tal hinunter. Somit war Sherlock Holmes den grauenvollen Machenschaften seines Widersachers Professor Moriarty preisgegeben: Im letzten Kampf des Guten gegen das Böse stürzen beide in tödlicher Umarmung in den Abgrund des Wasserfalls ("The Adventure of the Final Problem").
Das Schreiben stammte vorgeblich von Peter Steiler, dem Besitzer des Meiringer Hotels Englischer Hof (in unserem Brief auf Hotelbriefpapier mit den Initialen EH wiedergegeben). Darin bittet er Dr. Watson rasch einer englischen Lady zu helfen, die von Davos Platz nach Meiringen gekommen sei und hier einen Blutsturz erlitten habe. Sie bestehe auf einem englischen Arzt. Watson fiel auf das fingierte Schreiben herein; der wahre Verfasser war natürlich Moriarty.
Der Vorfall ereignete sich an einem 3. Mai - auf den gleichen Tag stossen wir bei Frage 8.
Übrigens stellte sich Jahre später zur Freude der Sherlock-Fans heraus, dass ihr Held sich in letzter Sekunde doch noch an einem Grasbüschel festhalten und das Böse somit nicht triumphieren konnte. Angeblich verbringt Holmes seinen Lebensabend mit Bienenzüchten in Südengland.
Zu notieren war Y.
Frage 3
Gabriela Andersen-Schiess ging 1984 in Los Angeles beim ersten olympischen Marathonlauf der Frauen für die Schweiz an den Start. Schon nach etwa sieben Minuten der erste Rekord, wie der offizielle Olympia-Film vermerkt: Sie seien bereits weiter gelaufen als jemals Frauen bei früheren Spielen. Andersen-Schiess, mit Startnummer 323, schleppte sich am Ende chancenlos dahin. Die letzte Runde durchs Olympiastadion torkelte sie völlig entkräftet dem Ziel zu, Youtube zeigt es. Auf dem Diplom, das jeder Teilnehmer bekommt, wird ihr Name mit Andersen-Scheiss angegeben, während sich die Webseite des IOC nicht recht entscheiden mag und beide Varianten bietet. Zu notieren war G.
Frage 4
Auch wenn wir uns jetzt die Grenzen mit Europa schengen, so bleibt an den Grenzübertritten doch das Bild des typischen Schweizer Städtchens erhalten. Zu notieren war 0. (In Schweden scheint es das gleiche Stadtbildchen zu geben.)
Frage 5
Die neue Rheinbrücke zwischen Laufenburg, AG, und Laufenburg, Baden-Württemberg, wurde mit Treppenstufe geplant: Die Schweizer Höhenangaben gehen von einem Horizont (Normalnull) aus, der sich um 27 cm von Deutschland unterscheidet. Statt diesen an sich bekannten Unterschied auszugleichen, wurde er von den Ingenieuren in die falsche Richtung berechnet - die 27 cm verdoppelten sich zu 54 cm (siehe unser Graffito auf der Brücke). Als die beiden Brückenteile kurz vor Weihnachten 2003 in der Mitte des Flusses aufeinander zuwuchsen, schaute endlich mal jemand hin und bemerkte den Knick in der Statik. Der Aargauer Teil der einstmals vereinigten Stadt war als Hauptstadt des kurzlebigen Kantons Fricktal vorgesehen. Zu notieren war 0.
Frage 6
Wir symbolisierten mehrfach Wilhelm Tell. Die Kopfbedeckung des Zeitungslesers auf der gleichen Seite links oben und und im Flughafen stammt vom Frontispiz in Friedrich Schillers Urausgabe des Tell. Auf der gleichen Doppelseite im Tell erfahren wir auch, dass diese Ausgabe von 1804 ein Geschenk zum neuen Jahr 1805 war.
Der andere Hinweis war die Gestalt auf Seite 44 rechts unten - es ist der Alphirte auf dem Fünfliber. Er gilt allgemein als Wilhelm Tell. Sein Kopf befindet sich etwa unter den Buchstaben VIDE der umlaufenden Schrift auf dem Aussenrand der Münze. Zu notieren war 8.
Frage 7
Von der Dreiländerspitze, 3197 m, in der Silvretta entspringen drei Gletscherbegriffe: Zur Graubündener Seite der kleine Vadret Tuoi, nach Tirol der Jamtalferner und nach Vorarlberg der Vermuntgletscher. Die Landeskarte der Schweiz nennt den Berg nur Dreiländerspitz. Zu notieren war 9.
Frage 8
Die Lindauerin war schuld, weil sie dem Teufel ein ungetauftes Baby versprach - nachzulesen in Jeremias Gotthelfs Klassiker Die Schwarze Spinne. Dort wird die legendäre Stadtgründung von Sumiswald im Emmental vor Christi Geburt genannt. Durch die Zeitangaben im Buch, wie dem 1. Mai und dem Urbanustag, ergeben sich die in der Frage genannten Daten. Anfangs schreibt Gotthelf zwar nur, es soll eine Lindauerin gewesen sein, in der Folge bezeichnet er sie schlicht als Lindauerin (von der Insel im Bodensee). Das dargestellte Restaurant in Sumiswald und die schwarze Spinne auf der Serviertochter waren starke Hinweise. Zu notieren war A.
Frage 9
Der zentrale Misthaufen der Schweiz direkt vor dem Haus an der Rütliwiese: Wir zeigten einen Ausschnitt aus dem Plan, der an der Schiffstation aushängt. Zu notieren war Z.
Frage 10
In der Poststelle muss man sich einen Schalter zuweisen lassen. Das gezeigte Rohr beleuchtet den Apparat, aus dem man das Ticket zieht. Ein Ticket war auf dem Bett abgebildet. Zu notieren war T.
Frage 11
Genau sechs Monate liegen zwischen der Walpurgisnacht (30. April auf 1. Mai) und Halloween (31. Oktober auf 1. November). In der Mitte liegt der Bundesfeiertag am 1. August, der aber z.B. in Basel bereits am Vorabend, also am 31. Juli begangen wird. Das Bild Walpurgisnacht von Albert Welti hängt im Zürcher Kunsthaus wenige Schritte von Füsslis Rütlischwur. Halloween wurde in Mitteleuropa angeblich 1991 populär, weil die Hersteller von Karnevalsartikeln wegen des ersten Golfkriegs auf ihren Kostümen sitzenblieben. Also behalf man sich mit Halloween. Zu notieren war U.
Frage 12
Die Automarke Chevrolet wurde nach dem Schweizer Louis Chevrolet benannt. Wo? In Detroit, das Kapitän Cadillac als Ville d’Etroit (Etroit = Engstelle, Flussenge) gründete. Die Gondel trug das stilisierte Logo von Chevrolet und die Lilien im Wappen Detroits. Ob Chevrolet oder Detroit - zu notieren war T.
Frage 13
Die Original-Panorama-Tafel auf dem Schilthorn (alias Piz Gloria) bei Lauterbrunnen nennt den Gipfel Tete de Moine ("Mönchskopf"). Gemeint ist der Cape au Moine, 2352 m, bei Ormont-Dessus. Die Eröffnung der Olympiade der Bergkäse 2009 fand bereits Ende Oktober 2008 im Berner Jura statt - ein riesiger Tête de Moine wurde dort aufgestellt. Die Girolle, auf deutsch Pfifferling, zwirbelt den Käse. Zu notieren war E. Auf der Tafel am Schilthorngipfel sind die Höhenangaben generell um rund fünf Meter zu hoch ausgefallen:
Frage 14
Das Bergpanorama zeigen die Billets der SBB. Da es sich um eine Art fortlaufende Rolle handelt, ändert sich das Panorama von Billet zu Billet solange, bis es sich irgendwann wiederholt. Auf dem silbernen Streifen am Fuss des Billets fährt ein silbernes Schiff mit zehn Fenstern. Zu notieren war T.
Der Hinweis "Kuckucksuhr" galt Frage 18; der Hinweis "Zoll" Frage 1.
Frage 15
Das Matterhorn ist gar kein Schweizer Produkt, sondern ein afrikanisches - solchermassen beschreibt das Matterhorn-Museum in Zermatt den berühmtesten aller Schweizer als Afrikaner. Aber gehört das Matterhorn nicht ebenso zu Italien wie zur Schweiz? Die „archäologische Baustelle“ (Eigenbezeichnung des Museums) berichtet auch über die Madonnenfigur vom Matterhorn, die abstürzte und zeitweise vom Gletscher verschluckt wurde. Zu notieren war Z.
Frage 16
Der Schweizer Formel-1-Star Clay Regazzoni gewann 1975 den Grossen Preis der Schweiz - in einem Rennen, das nicht für die Formel-1-WM gewertet wurde. Gefragt war aber nach dem Grand Prix de la Chanson (wie er damals hiess), der erstmals 1956 in Lugano stieg. Sieger: Die Schweizerin Lys Assia mit Refrain (auf Englisch bedeutet to refrain „unterlassen“). Es war das einzige Mal, dass eine Schweizerin gewann - Celine Dion trat nur für die Schweiz an und es war auch nicht ihr Heim-Grand-Prix. Zu notieren war 5.
Frage 17
Wir zeigten einen stilisierten Ausschnitt des Monopoly-Spielfelds. Die braune Strasse ist Chur, Kornplatz; das "Schlüsselloch" geht durch das Startfeld und blau ist demnach die teuerste Adresse: Zürich Paradeplatz. Dazu passte auch die Schalterhalle einer Grossbank.
Zu notieren war T.
Frage 18
Asterix und Obelix zwängen sich in „Asterix bei den Schweizern“ in den dargestellten Safe. Die Nummer 27A taucht in der entsprechenden Asterix-Zeichnung auf. Neben den Galliern waren auch ägyptische Schätze eingelagert, die an die Maske des Tutenchamun erinnern. Zu notieren war X.
Frage 19
Wo sind eigentlich die beiden fehlenden Exemplare des Bundesbriefs? Nur das Schwyzer Exemplar ist bekannt. Drum setzte die amerikanische Bundesbrief Society 1 Million Dollar als Belohnung für das verschollene Urner oder Nidwaldner Gegenstück aus.
Am 8. Juni 2006 geleitete der Schwyzer Archivar Kaspar Michel, mit Handschellen an den Koffer angekettet, den Bundesbrief zu seiner ersten bekannten Auslandsreise, einer Ausstellung in Philadelphia. Zu notieren war 6.
Frage 20
Die „Abschussrampe“ ist die Basis des Jet d’ Eau in Genf. In den Wintermonaten ist die Fontäne laut Aushang 31,5 Stunden pro Woche in Betrieb. Auf dem Weg zum Jet findet sich auf dem Häuschen des Jet-Betreibers SIG die rätselhafte Inschrift "On Raw". Zu notieren war N.
Als Gesamtlösung für das Rätseldiplom kam somit AGENT 002 heraus.
Das war’s. Schwerer als das letzte Mal war’ s wohl, aber unmöglich war es auch diesmal nicht.