Mit dem Siegeszug der Kommunikation per E-Mail geht eine weitere Kulturtechnik zum Teufel: das «Sammeln medizinischer Briefmarken» (Journal of the American Medical Association, Vol. 156, S. 1016). Das trifft vor allem die Zahnärzte, denn die «Zahnheilkunde auf Briefmarken» (Journal of the History of Dentistry, Vol. 52, S. 108) muss ihr liebstes Hobby gewesen sein: 113 Fachartikel haben sie laut der Medizindatenbank Medline über «Dentale Briefmarken» (Bulletin of the History of Dentistry, Vol. 38, S. 35) und «Zahnärzte und Briefmarken» (Die Quintessenz, Vol. 26, S. 159–62) schon verfasst.
Mit Scalpel & Tongs: American Journal of Medical Philately gibt es eine Zeitschrift, die sich ausschliesslich der medizinischen Philatelie widmet. Darin veröffentlichen Sammler Artikel zu Themen wie «Ambulanzen auf Briefmarken» (Scalpel & Tongs, Vol. 47, S. 5–8, 12–15) , oder «Ärzte als Namensgeber von Operationsklammern auf Briefmarken» (Scalpel & Tongs, Vol. 40, S. 41–46).
Weitere Themen, die Sammlerherzen höher schlagen lassen, sind «Arthritis auf Briefmarken» (Arthritis and Rheumatism, Vol. 23, S. 611–12) , «Tuberkulose auf Briefmarken» (Medicine and Health, Rhode Island, Vol. 79, S. 75) und «Eine kurze Geschichte der Lepra auf Briefmarken» (Proceedings of the Royal Society of Medicine, Vol. 67, S. 717–19) .
Der Niedergang der Medizinphilatelie mag für die Welt kein grosser Verlust sein. Doch um «Die Krankenschwester auf Briefmarken der Republik Kuba» (Meditsinskaia Sestra, Vol. 49, S. 55–57) ist es trotzdem schade.