NZZ Folio 05/03 - Thema: Vorsorge   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Meister an der Fernbedienung

Von Reto U. Schneider

WER BESTREITET, dass Mann und Frau von Natur aus verschieden sind, hat noch nie einen Fernsehabend mit dem anderen Geschlecht verbracht.

Eine Befragung kam zum Resultat, dass in einer «gemischt-geschlechtlichen Betrachtungssituation» 43 Prozent der Männer gegenüber 29 Prozent der Frauen die Fernbedienung unter ihrer Kontrolle hatten. Ein klarer Beleg für die «Geschlechterunterschiede im Gebrauch der Fernbedienung» (in V. Bellamy Jr.: The Remote Control Device in the New Age of Television, S. 169–186). Männer brauchen die Fernbedienung auch «für eine breitere Auswahl an Aktivitäten» als Frauen. Dazu gehören: «Abgrasen, Zappen, Orientierungssuchen, zum Vergnügen umschalten und Mehrprogrammschauen.» Einzig in der Disziplin «Vor dem Drücken im Programmheft Nachschauen» sind die Frauen besser.

Das «Erforschen der Verbindungen zwischen Persönlichkeit und Gebrauch der Fernsehfernbedienung» (Personality and Individual Differences, Vol. 20, S. 483–489) brachte eine weitere Erkenntnis: Ein Drittel der Versuchspersonen gab als wichtigste Funktion der Fernbedienung die Möglichkeit an, «ihre Mitzuschauer zu ärgern und zu reizen». Zu diesem Drittel gehörten vor allem Männer, denen auch «eine positivere Wahrnehmung der Fernbedienung» attestiert wird als Frauen.




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