NZZ Folio 05/07 - Thema: Das Dorf   Inhaltsverzeichnis

Vereinsleben -- Rentnerspass

Von Mikael Krogerus
Roland Schutzbach, Sie leiten die European Laughter Society. Was ist der Sinn Ihres Lachvereins?

Mir geht es um die Heiterkeit, das Lachen, die Lebensfreude. Das ist nicht nur ein grosser Spass, sondern auch ein geistiger Gewinn. Wer lernt, über sich selbst, seine Sorgen und überflüssigen Überzeugungen zu lachen, wird sich über seine neuen Perspektiven wundern.

Im Mai beginnt Ihr Verein mit der Arbeit in Altersheimen. Wie bringt man Menschen zum Lachen, die vielleicht nicht mehr viel zu lachen haben?

Indem man mit Heiterkeit, Phantasie, einer roten Nase und in liebevoller Haltung auf sie zugeht. Man kann ihren Humorquotienten pantomimisch loben, man kann sie mit Lachwasser erquicken. Ein Lach-Engel kann um sie herumflattern, wir werden Lieder singen, und wir stellen ein ÜRG im Foyer des Altersheims auf.

Ein ÜRG?

Das Überzeugungs-Recycling-Gerät. Ihre Überzeugungen, die Sie für überflüssig halten, können Sie oben reinwerfen, und eine heitere Anregung kommt unten heraus. Äusserst effektiv für abgelaufene Gedankenmuster!

Okay, ich werfe rein: Altwerden ist furchtbar! Was kommt unten raus?

Es kommt eine bunte Karte raus, auf der steht: «Neue Energie». Lebensfreude kann auch im Alter hervorgezaubert werden.

Ein Altersheim im Kanton Bern will sich mit Ihrer Hilfe in ein «heiteres Altersheim» verwandeln. Wie gehen Sie vor?

Wir führen intensive Seminare mit dem Personal über «Humor in der Pflege» durch und inspirieren auch die Angehörigen zur Heiterkeit. Wichtig ist uns, dass die humorvollen Inspirationen im Heim wirklich verankert werden.

Ihre Arbeit erinnert an die des «Humorarzts» Dr. Patch Adams.

Richtig, Patch Adams baut an einem «fröhlichen Krankenhaus». Er war und ist eine grosse Inspiration für unsere Arbeit.

Worüber darf man nicht lachen?

Für mich gibt es kein «man», nur ein «ich», es gibt kein «darf», nur ein «will».

www.hahahahaha.org

Mikael Krogerus ist NZZ-Folio-Redaktor.

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