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NZZ Folio 09/10 - Thema: Die Welt von morgen Inhaltsverzeichnis
Rätsel -- Frankenlatein
© Anna-Lina Balke
Ein Blick aus der Zukunft in die Vergangenheit: Die Schweiz verlässt die Währungsunion und setzt wieder allein auf den Franken. In welchem Jahr? Raten Sie mit – und gewinnen Sie!
Von CUS
Es ist ein beliebter Zeitvertreib, sich vorzustellen, was gewesen wäre, wenn. Hypothetische Geschichte nennt sich das. Das Ganze können wir, dem Thema dieses Heftes sei es geschuldet, in die Zukunft verlängern: Wenn wir, so Gott will, in 30 Jahren zurückschauen werden, was sehen wir dann in der ferneren oder näheren Vergangenheit? Wird die Schweiz EU-Mitglied?
Auch aus der Rückschau können wir höchst Reales erkennen: Dass Griechenland aus der Währungsunion europäischer Länder ausgetreten oder jedenfalls nicht mehr dabei ist. Mit all diesen Haushaltslöchern konnte das ja nicht gutgehen. Aber nicht nur Nachzügler, sondern auch Gründungsmitglieder der Währungsunion sind nicht mehr dabei – Italien etwa. Das eigentlich Interessante: Die Schweiz war tatsächlich einmal in der Währungsunion. Sie hat diese Union ebenfalls verlassen und hat den Franken wieder in alleiniger Regie übernommen.
Sind wir nicht eine Insel der Seligen in einem Ozean aus Schulden, Tränen und Verzweiflung? Wenn das der Blocher erlebt hätte! Hat er aber ganz sicher nicht. Na schön, jedes Land durfte noch eigene Münzen prägen, sogar Länder, die eigentlich gar nicht in der Währungsunion waren wie der Vatikan. Was half’s – am Ende ist die ganze schöne Währungsunion den Bach runtergegangen. Warum nur haben die Schweizer überhaupt mitgemacht? Aus Harmoniebedürfnis? Dieses Bedürfnis verspürten die Briten nie. Die haben auf stur gestellt und wollten nicht in die Währungsunion eintreten.
Doch zu unserer Frage: Wann hat sich die Währungsunion endgültig aufgelöst? Ganz exakt lässt sich das schwer sagen. Uns reicht das ungefähre Jahr, auf eins weniger oder mehr kommt es dabei nicht an. (Und die Moral von der Geschicht? Trau keinem Rätselmacher nicht!)
Auflösung des Rätsels aus Folio 8/10
Mit der – vermeintlich – heissen Spur «Schweiz» sind uns diesmal über die Hälfte der Einsender auf den Leim gegangen: Eine quadratische Flagge hat auch der Vatikan – darauf abgebildet ist die Papstkrone mit Kreuz. Die Geburtenrate, jedenfalls die amtliche, schwankt im Reich des Zölibats um null Komma null herum. Nur hier besteht das höchste Regierungsgremium, die Päpstliche Kommission, aus Immigranten. Dagegen sitzen im Schweizer Bundesrat laut Verfassung nur Schweizer. Von rund 540 Staatsbürgern des Vatikans sind 110 Gardisten, alles Absolventen der Schweizer Rekrutenschule.
CUS ist Rätselmacher, auch für NZZ Folio; er lebt in München.
Einsenden und gewinnen: Wer das Rätsel gelöst hat, kann die Antwort an folioraetsel@nzz.ch schicken (oder per Post an Verlag NZZ Folio, Rätsel, 8021 Zürich). Aus den Einsendern der richtigen Lösung wird ein Gewinner ausgelost, der eine exklusive Folio-Bleistiftbox und ein Folio-Notizbuch erhält. Einsendeschluss ist der 13. September 2010; der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ende 2010 werden alle Monatsgewinner überdies zu einem Nachtessen mit dem Rätselmeister CUS eingeladen. Gewinner des August-Rätsels war Fabian Baumann aus Basel.
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