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Leserpost zu Zimtröschen und Franken NZZ Folio Patriotismus 08/10
Ein aufschlußreiches Gespräch. Herr Blocher hat sicher fundiertes historisches Wissen und kann sich abseits plärrender Talkshows offenbar weit besser produzieren als ich dachte. Aber auch hier macht er wieder den gleichen Fehler: Er schaut wenig bis gar nicht über den eigenen Tellerrand, verharrt auf einer Sichtweise der Schweiz, die keine Anpassungen und Weiterentwicklungen nötig hat und deshalb sämtliche ihrer Besonderheiten behalten könnte. Die Prosperität der Schweiz ist auch, aber nicht nur, hausgemacht. Und sobald die sein Grauen auslösenden Buchstaben "EU" fallen, ist es mit jeglicher Differenziertheit sofort vorbei. "Die EU funktioniert nicht", ist symptomatisch für ihn. Das System der direkten Demokratie, auf die ja nun nicht ganz Europa neidisch ist, instrumentalisiert er zu Gunsten einer Partei, von der gerade die glauben, sie vertrete das Volk, die sich schon lange als veränderungs- und anpassungsunwillig erwiesen haben und damit eben nicht in der schweizer Tradition stehen. Da ist mir der ausgleichende Herr Kohler lieber, der auch die EU in einem ständigen Anpassungs- und Weiterentwicklungskontext - eben auch aufgrund gemachter Fehler - sieht, der allerdings etwas größere Ausmaße hat als man dies in der Schweiz sieht. Das Wort "Heimweh" übrigens gibt es in annähernd jeder Sprache der Welt. Martin Kreidel, per E-Mail
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Leserpost zu Perverse Liebe NZZ Folio Patriotismus 08/10
Ich gratuliere Ihnen zu den allesamt hervorragenden Beiträgen zum Thema Patriotismus. Ganz besonders berührt hat mich der Artikel von Dubravka Ugresic. Die Klugheit ihrer Feststellungen, die messerscharfe Beschreibung des Ist-Zustandes ohne jede Larmoyanz und die unerbittliche Darstellung der fatalen Konsequenzen von Heimatliebe machten die Lektüre zu einem Erlebnis. Dafür danke ich Ihnen. Andreas Kuhn, Weggis
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Leserpost zu Zimtröschen und Franken NZZ Folio Patriotismus 08/10
Es ist schon beängstigend , wie ein "politischer Philosoph" (was ist das eigentlich?) , abgehoben von jeder Wirklichkeit "politisiert". Erfreulich, wie dagegen Christoph Blocher die politischen Grundprobleme und Ursachen sieht. Gerhard Femppel, Stuttgart
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Leserpost zu Europa, unser Väterland NZZ Folio Patriotismus 08/10
Bemerkung zu: S. 46, 2. Abschnitt: Diese „wagnerianisch tosende“ Phrase (Zitate aus dem Artikel!), dass Hitler „genialisch-kriminell und zugleich erzdumm“ gewesen sei möge man uns Europäer des 21. Jahrhunderts ab sofort ersparen! Solche „erzdummen“ Ausdrücke rücken Hitler in die Nähe der Aussage, er habe doch die Autobahnen gebaut… Für Hitler gilt eine Bezeichnung: Verbrecher – und nichts Anderes. Punkt! Es ärgert sich der Träger eines friesischen Namens, ein Schweizer, der 1943 als Deutscher in Zürich geboren wurde. Hannes Dohrenbusch, Zürich
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Leserpost zu Editorial -- Keine Superpatrioten NZZ Folio Patriotismus 08/10
Das Folio „Patriotismus“ zu Freuden und Qualen der Heimatliebe bietet eine durchwegs wertvolle Lektüre. Die kaleidoskopische Vielfalt der Gedanken aus unterschied-lichsten Perspektiven verleiht dem Thema die gehaltvolle Tiefe, die es verdient. Eine Bereicherung für Patrioten und Skeptiker. Heinz Nehrwein, Zürich
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Leserpost zu Zimtröschen und Franken NZZ Folio Patriotismus 08/10
In Berlin, wo es ihm weit besser gegangen sei als zu Hause, habe Ulrich Bräker so unendliches Heimweh verspürt, dass er sich trotz der Armut des Toggenburgs in die Heimat absetzte. Vielleicht passt diese Version in Christoph Blochers Geschichtsbild. Doch die Realität, wie sie der „Arme Mann im Tockenburg“ beschreibt, sieht anders aus als in Blochers Schilderung. Die Heimat verliess Ulrich Bräker, weil er hier keine Zukunft sah. Er glaubte naiv, sich als Diener eines preussischen Offiziers zu verdingen, fand sich dann aber in Berlin von Friedrich dem Grossen zwangsrekrutiert. Er litt in der Garnison unter schlimmen Entbehrungen und Zwängen und sehnte sich zurück. Er desertierte aber nicht aus Heimweh, sondern weil er in der grausamen Schlacht von Lowositz sein Leben retten wollte und davonlief – wohl die einzig vernünftige Reaktion auf die Absurdität des Krieges im Dienst einer Dynastie, die Bräker betrog und in den Tod schicken wollte. So Bräker selber, dessen Schilderung der Schlacht von Lowositz (1. Oktober 1756) ein eindrückliches Stück Weltliteratur darstellt: Schlachtbeschreibung für einmal von unten und nicht aus Feldherrensicht. Niklaus Oberholzer, Horw
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Leserpost zu Schlaglicht -- Verzweifelte Gipfelstürmer NZZ Folio Patriotismus 08/10
Sir Edmund Hillary soll als erster Bergsteiger den Gipfel des Mount Everest bezwungen haben. Mag sein. Hillary und sein nepalesischer Begleiter Sherpa Tensing haben freilich ihr Geheimnis mit ins Grab genommen, wer denn als erster auf dem Gipfel war. Daniel Krügel, Muri b. Bern
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Leserpost zu Zimtröschen und Franken NZZ Folio Patriotismus 08/10
Sonderbar: Noch immer wird der bekannt Slogan "La Suisse n'existe pas" falsch interpretiert: als Angriff auf die Schweiz und als Infragestellung des Schweizerischen etc. Der von Ben Vautier verwendete Spruch will nur sagen, dass es "La Suisse" als Einheitsschweiz nicht gebe, abgeleitet vom Vorgängerspruch "La Romandie n'existe pas", weil es Genfer, Waadtländer, Neuenburger etc. gebe. Ein Bekenntnis zur schweizerischen Vielfalt. Insofern liegt diese Haltung gar nicht weit weg von Christoph Blochers Schweiz als "wohlgeordnete Anarchie". Eine schon mehrfach angebrachte Berichtigung wird freilich wenig nützen. Man zieht die Negativinterpretation vor, man braucht die vermeintliche Infragestellung, weil man dann die gegenteilige Haltung einnehmen kann. Georg Kreis, Basel
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Leserpost zu Zimtröschen und Franken NZZ Folio Patriotismus 08/10
Der Politiker Christoph Blocher sagt in diesem Interview u.a. Folgendes: "Die Schweiz ist ein Staat des Misstrauens des Volkes gegen die Obrigkeit" und "Darum haben die Politiker ein Interesse, der EU beizutreten, weil sie so das lästige Volk los werden könnten, das ihnen immer im Nacken sitzt". Demnach funktioniert die von Herrn Blocher hoch gelobte direkte Demokratie schweizerischer Prägung wie folgt: Zunächst wählt das Volk in freien und korrekten Wahlen seine Vertreterinnen und Vertreter in die diversen Räte auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene. Dann aber geschieht etwas Merkwürdiges: Die gewählten Personen schliessen sich spontan zur sog. "Obrigkeit" zusammen. Dieses Gebilde kümmert sich fortan nicht mehr um die Interessen des "lästigen" Volkes, sondern verfolgt eine Politik, die nur der eigenen Machterhaltung dient. Mit anderen Worten: Die Volksvertreter verwandeln sich in Volksverräter! Und dies nicht in einer Diktatur, sondern in der direkten Demokratie Schweiz.. Will Herr Blocher dem Schweizervolk unterstellen, unfähig dazu zu sein, Personen in die Räte zu schicken, die ihm, dem Souverän, ehrlich und standhaft die Treue halten? Oder hat er den Hintergedanken, wonach ausschliesslich Mitgliedern seiner Partei gelingen kann, Volk und "Classe politique" vor der folgenreichen Spaltung zu bewahren? Trifft Letzteres zu, dann schwebt ihm offenbar ein faktisches Einparteiensystem à la Ungarn unter Orbàn vor. Gábor Kiss, Zürich
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Leserpost zu Zimtröschen und Franken NZZ Folio Patriotismus 08/10
"Die Schweizer haben ein Wort dafür, das es in anderen Sprachen nicht gibt: Heimweh". (Christoph Blocher) Offenbar kennt Herr Blocher die Ausdrücke "le mal du pays" (F) und "homesickness" (E) nicht. Schade, und fast ein wenig traurig. Jan Savenberg, per E-Mail
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